An d Dorf kirche
Highlights
- Die Dorfkirche Marienfelde ist Berlins älteste erhaltene Feldsteinkirche, erbaut von den Tempelrittern um 1200.
- Ihre spätromanische Apsis mit Rundbögen und gotischer Sakristei (ehemalige Marienkapelle) prägt das denkmalgeschützte Angerdorf.
- Die Frobenius-Orgel (seit 1909) zählt mit 1000 Instrumenten weltweit zu den bedeutendsten handwerklichen Meisterwerken ihrer Art.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in den Kirchenraum.
- Die originale Windfahne aus dem Jahr 1595 wird in einer Vitrine ausgestellt und zeigt historische Handwerkskunst aus Berliner Tradition.
- Die Frobenius-Orgel aus dem Jahr 1909 vereint europäische, amerikanische und japanische Klänge und wird regelmäßig in Konzerten genutzt.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Sakral Berlin Dorfkirche
Die Dorfkirche Marienfelde – auch bekannt als *„An d Dorf kirche“* – ist ein historisches Juwel im Herzen Berlins und gilt als die älteste erhaltene Dorfkirche der Stadt. Erbaut von den Tempelrittern vor über 800 Jahren, verkörpert das schlichte Feldsteingebäude mit seiner spätromanischen Architektur eine Zeit, in der sakrale Bauten oft auch als wehrhafte Stätten dienten. Besonders auffällig ist die halbrunde Apsis mit ihren drei langen, rundbogigen Fenstern, die als ältester Bauteil des Bauwerks überdauert haben. Noch heute lassen sich von außen die ursprünglichen, schmalen romanischen Fensteröffnungen erkennen, die durch spätere Vergrößerungen in ihrer Form verändert wurden.
Das um 1200 gegründete Angerdorf Marienfelde mit seiner denkmalgeschützten Bebauung – darunter Gutshof, Gutspark und ein historischer Teich – bildet einen einzigartigen Kontext für die Kirche. Ein südlicher Anbau aus frühgotischer Zeit, ursprünglich als Marienkapelle genutzt, dient heute als Sakristei und besticht durch seinen gegliederten Giebel mit spitzbogigen Blenden. Archäologische Grabungen legten nahe, dass bereits vor dem heutigen Bauwerk eine einfache Holzkirche am selben Ort stand, um die sich der alte Friedhof mit seinen Bestattungen scharte. Einige der ausgegrabenen Skelettteile und Grabbeigaben sind heute in einer Vitrine ausgestellt, darunter die originale Windfahne von 1595 – das älteste erhaltene Exemplar Berlins.
Im Inneren der Kirche spiegelt sich die wechselvolle Geschichte in der Ausstattung wider. Eine Jugendstil-Bemalung des Triumphbogens und der Apsis, die einst himmlische Motive wie den segnenden Christus darstellte, wurde bei einer Restaurierung 1953 übertüncht, da sie nicht erhalten werden konnte. Die Innenausstattung unterlag im Laufe der Jahrhunderte zahlreichen Umbauten, doch ein besonderer Höhepunkt ist die 1909 von Theodor Frobenius erbaute Orgel. Der renommierte Orgelbauer, dessen Werk über 1000 Instrumente weltweit umfasst, schuf hier ein Meisterwerk, das südliche Klangfülle mit nordischer Disziplin verbindet. Bis heute wird die Kirche als lebendiger Ort der Musikkultur genutzt – mit rund 50 Konzerten jährlich.
Die Gemeindearbeit in Marienfelde ist eng mit dem historischen Gebäude verbunden. Dabei standen denkmalpflegerische Vorgaben und der Anspruch an eine möglichst CO₂-neutrale Zukunft im Mittelpunkt. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Dorfkirche ein Ort der Besinnung, des kulturellen Erbes und der lebendigen Tradition – ein Stück Berliner Geschichte, das bis heute Menschen aus nah und fern anzieht.