Denkmal/Gedenkstätte

Bacchus Statue

C8XP+M4, 12247 Berlin

Highlights

  • Die Bacchus-Statue aus Muschelkalk steht seit 1957 im Berliner Stadtpark Steglitz.
  • Gegossen von Martin & Piltzing Berlin (1957), basiert sie auf Ohmanns Meisterschülerarbeit von 1878.
  • Plintheninschriften nennen Gussfirma und Meisterschüler Reinhold Begas‘ Stil als Vorbild.

Tipps

  • Die Bacchus-Statue im Stadtpark Steglitz zeigt eine handwerklich ausgeführte Gussplastik aus dem 19. Jahrhundert mit Sockel aus behauenem Muschelkalk.
  • Der Standort im Stadtpark ermöglicht eine Betrachtung der Skulptur im Kontext historischer Gartenarchitektur und urbaner Grünflächen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Bacchus-Statue Berlin: Kulturdenkmal entdecken

Die Bacchus-Statue im Berliner Stadtpark Steglitz zählt zu den eindrucksvollsten Kunstwerken der wilhelminischen Epoche und verweist auf die reiche skulpturale Tradition der Hauptstadt. Als Meisterwerk des Neubarock verkörpert die Figur des antiken Gottes des Weines und der Ekstase nicht nur ästhetische Eleganz, sondern auch den kulturellen Prunk des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Plastik entstand in der renommierten Gießerei Martin & Piltzing in Berlin, deren Handwerkskunst bis heute in der präzisen Ausführung der Details erkennbar ist.

Der Künstler hinter dieser Statue war Heinrich Ohmann, der seit 1878 als Meisterschüler von Reinhold Begas – dem führenden Vertreter des wilhelminischen Neubarock – ausgebildet wurde. Begas’ Einfluss prägt den stilistischen Ausdruck der Bacchus-Figur, die durch ihre dynamische Haltung und die lebendige Darstellung des antiken Mythos besticht. Die Technik der Gussplastik in Verbindung mit dem behauenen Muschelkalksockel unterstreicht die handwerkliche Qualität des Werkes und seine Beständigkeit über die Jahrzehnte.

Seit 1957 ziert die Bacchus-Statue den Stadtpark Steglitz, wo sie als stiller Zeuge der Berliner Kunstgeschichte wirkt. Die auf der Plinthe eingravierten Bezeichnungen – „GUSS: MARTIN & PILTZING BERLIN N“ und „R.“ – verweisen auf die Herkunft und den künstlerischen Kontext. Die Figur steht nicht isoliert, sondern fügt sich in das kulturelle Erbe Berlins ein, das von klassizistischen Traditionen bis hin zu modernen Interpretationen reicht. Besonders in der Nachbarschaft des Parks, der selbst ein historisches Grünflächenensemble darstellt, bietet die Statue einen Anlass, über die Verbindung von Antike und deutscher Kunstgeschichte nachzudenken.

Für Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte ist die Bacchus-Statue ein faszinierender Einblick in die Ästhetik des 19. Jahrhunderts. Sie verkörpert nicht nur handwerkliche Meisterschaft, sondern auch den zeitgenössischen Umgang mit antiken Motiven, die im wilhelminischen Berlin eine besondere Rolle spielten. Die Plastik lädt dazu ein, die Details der Gewänder, die expressiven Züge des Gesichts und die symbolträchtige Haltung des Gottes zu studieren – ein Erlebnis, das die Bedeutung der Skulptur als historisches Denkmal unterstreicht.

Wer sich für die Entwicklung der Berliner Bildhauerei oder die Geschichte des Stadtparks Steglitz interessiert, findet in der Bacchus-Statue ein herausragendes Beispiel für die Verschmelzung von Kunst, Handwerk und urbaner Kultur. Die Statue erinnert daran, dass selbst scheinbar vergessene Ecken der Stadt Schätze bergen, die Einblicke in die Vergangenheit gewähren und bis heute faszinieren.

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