Barssee
Highlights
- Der ehemalige Barssee im Berliner Grunewald ist heute weitgehend ausgetrocknet und befindet sich im Naturschutzgebiet „Barssee und Pechsee“.
- In den 1950er Jahren versuchte man erfolglos, den See mit Leitungswasser zu füllen.
- Seit 2020 wird das Gebiet mit entmineralisiertem Trinkwasser beregnet, um das Moorekosystem zu erhalten.
Tipps
- Der ehemalige Barssee im Grunewald ist heute weitgehend ausgetrocknet, aber die Umgebung eignet sich weiterhin für Spaziergänge und Naturbeobachtung.
- Im Naturschutzgebiet „Barssee und Pechsee“ lassen sich verschiedene Tier- und Pflanzenarten beobachten, darunter gelegentlich Libellen oder seltene Moor-Pflanzen.
- Ein Besuch lohnt sich besonders für Naturliebhaber, die sich für Moorökosysteme und Renaturierungsprojekte interessieren.
Eigenschaften
Über Barssee
Der Barssee liegt im Berliner Grunewald und zählt heute zu den besonderen Naturflächen der Stadt. Ursprünglich als Barschsee bekannt, wurde der See im Laufe der Jahrhunderte durch natürliche Prozesse geprägt. Die sogenannte „Badewanne“ des Sees entstand durch die Verwesung abgestorbener Pflanzen, die im Laufe der Zeit eine Verdichtung des Bodens bewirkte. Historisch gesehen diente das Gebiet um den See auch als Wildreservat, aus dem unter anderem Wildbret für das königliche Schloss geliefert wurde.
In den vergangenen Jahrzehnten kam es jedoch zu erheblichen Veränderungen. Aufgrund des Absinkens des Grundwasserspiegels trocknete der See weitgehend aus. Versuche in den 1950er Jahren, den See künstlich mit Leitungswasser zu füllen, schlugen fehl. Bis in die 1970er Jahre verschwand der See nahezu vollständig und hinterließ nur noch eine kleine, morastige Fläche. Diese Entwicklung spiegelt die Auswirkungen des Klimawandels und veränderter hydrologischer Bedingungen wider.
Seit Mitte 2020 wird am ehemaligen See ein renaturierendes Bewässerungsprojekt durchgeführt. Die Berliner Wasserbetriebe sprühen täglich Trinkwasser auf das Gelände, das zuvor entmineralisiert wird, um die Eigenschaften von Regenwasser zu erreichen. Ziel ist es, die Moore rund um den ehemaligen See mit dem nötigen sauren und mineralarmen Wasser zu versorgen. Mit Hilfe von Sensoren wird der Fortschritt des Projekts dokumentiert, das zunächst auf zwei Jahre angelegt ist, jedoch langfristig fortgeführt werden soll.
Das Naturschutzgebiet „Barssee und Pechsee“ im Bereich der „Alten Saubucht“ ist ein Beispiel für die Bemühungen um den Erhalt sensibler Ökosysteme in der Berliner Stadtlandschaft. Der See selbst ist heute nicht mehr vorhanden, doch die Fläche bleibt ein Ort der Erinnerung und des ökologischen Lernens. Tier- und pflanzenwelt, darunter auch Libellen, können noch beobachtet werden, was Zeugnis von der Artenvielfalt der Region ablegt.
Der Grunewald, in dem sich der ehemalige Barssee befindet, gilt als Naherholungsgebiet und wird vielfach für Wanderungen, Fahrradtouren oder als Ausgleich zur Stadt genutzt. Die Landschaft rund um den ehemaligen See erinnert an die Dynamik von Natur und Urbanität und zeigt, wie städtische Räume im Wandel der Zeit mit ökologischen Herausforderungen umgehen.