Bersarinplatz
Highlights
- Der Bersarinplatz in Berlin-Friedrichshain entstand ab 1880 als Grenzgebiet zwischen Berlin und Lichtenberg, später Teil des Hobrecht-Plans (1862).
- 1985–1987 entstanden sechsgeschossige Eckgebäude mit Erker, 2006 saniert und mit einem 500 m² großen Kiesgarten von Marc-Rajan Köppler gestaltet.
- Der Platz war Schauplatz gescheiterter Denkmalsprojekte (z. B. für Friedrich Ebert) und beherbergte 1937 den Stierbrunnen, ursprünglich für den Baltenplatz geplant.
Tipps
- Der Bersarinplatz bietet einen barrierefreien Zugang über rollstuhlgerechte Wege und Treppenlifte für alle Besucher.
- Im Zentrum des Platzes befindet sich ein Kiesgarten mit pflegearmen Pflanzen wie Sommerflieder und Astern, umgeben von Findlingen.
- Die umliegenden Gebäude zeigen eine einheitliche Fassade nach der Sanierung von 2006 mit Wärmedämmung und farblich abgestimmten Fassaden.
Eigenschaften
Denkmal am Bersarinplatz Berlin entdecken
Der Bersarinplatz im Berliner Ortsteil Friedrichshain ist ein historisch bedeutsamer Ort mit einer wechselvollen Entwicklung, der sich von einer ländlich geprägten Feldmark zu einem zentralen Platz inmitten der Stadt wandelte. Ursprünglich gehörte das Gebiet im 19. Jahrhundert noch nicht vollständig zu Berlin, sondern lag auf der Grenze zwischen der Gemeinde Lichtenberg und dem damaligen Stadtgebiet. Mit dem Bebauungsplan von James Hobrecht ab 1862 begann eine rege Entwicklung, die das Hotel Mecklenburger Haus und weitere Gebäude an der Petersburger Straße und Thaerstraße hervorrief. Der Platz selbst entwickelte sich schrittweise zu einem urbanen Zentrum, geprägt von politischen und architektonischen Entscheidungen.
Ein markantes Kapitel der Platzgeschichte ist das gescheiterte Denkmalprojekt für den verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert, das 1925 geplant, aber aufgrund politischer Konflikte mit kommunistischen Bezirksverantwortlichen nicht umgesetzt wurde. Stattdessen erhielt der Platz 1937 den Stierbrunnen, der ursprünglich für den Baltenplatz vorgesehen war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Platz im 20. Jahrhundert mehrfach umgestaltet, bis 1964 mit dem Rathaus Friedrichshain ein erster Neubau entstand. In den 1980er-Jahren folgten fünf moderne Eckgebäude nach Plänen Magdeburger Architekten, die den Platz bis heute prägen.
Nach der deutschen Wiedervereinigung stand die Benennung des Platzes im Fokus kontroverser Debatten, da der Name Bersarinplatz an die sowjetische Generalin Wera Bersarin erinnert, die im Zweiten Weltkrieg in Berlin stationiert war. Trotz Diskussionen über eine Umbenennung blieb der Name erhalten. Parallel dazu wurde der Platz 2006 saniert, wobei die Fassaden der Gebäude wärmedämmend gestaltet und einheitlich gestrichen wurden. Besonders auffällig ist das sanierte Eckgebäude, das von Anwohnern liebevoll als Geckohaus bezeichnet wird.
Ein zentrales Element des Bersarinplatzes ist der Kiesgarten, der 2006 vom Landschaftsplaner Marc-Rajan Köppler in ehrenamtlicher Arbeit gestaltet wurde. Auf einer 500 Quadratmeter großen Fläche entstand eine pflegeleichte Anlage mit über 1800 sommerblühenden Pflanzen wie Sommerflieder, Schafgarbe und Astern, umgeben von niedrigen Eibenhecken und 20 Findlingen. Die Grünfläche, die von einer Rasenzone mit Rosenstauden begrenzt wird, bietet heute einen ruhigen Kontrast zum lebhaften Stadtleben und lädt zum Verweilen ein.
Als historisches Denkmal verbindet der Bersarinplatz Architektur, Stadtentwicklung und kulturelle Erinnerung. Ob als Ort politischer Entscheidungen, architektonischer Innovation oder grüner Oase – der Platz spiegelt die Vielfalt Berlins wider und bleibt ein faszinierender Ausschnitt aus der Stadtgeschichte.