Museum

Bunker Gosen

Am Zwiebusch 100 a, 15537 Gosen-Neu Zittau

Highlights

  • 1951 errichtete die DDR in Gosen-Neu Zittau als ‚Hauptverwaltung A‘ eine verbunkerte Kommandozentrale für ihre Auslandsspionage – geleitet ab 1952 von Markus Wolf.
  • Der Schutzbau ‚K81/1‘ (1984 fertiggestellt) diente als Ausweichführung für den Nachrichtendienst bei Krisen – heute Dokumentationsstätte mit Originalakten aus MfS-Beständen.
  • Rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht Besuch der Bunkeranlage, die als Militärmuseum historische Spionagepraktiken und Strukturen der HV A analysiert.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Zugang zu den Außenbereichen der Anlage und erleichtert so die Erkundung der historischen Stätte.
  • Die Führungen konzentrieren sich auf die Arbeitsmethoden und Strukturen der Hauptverwaltung A, wobei Originaldokumente aus Bundesarchiven als Grundlage dienen.
  • Besucher erhalten Einblicke in die Funktion der Ausweichführungsstelle als geschützte Kommandozentrale, die im Krisenfall die Führung des DDR-Nachrichtendienstes sichern sollte.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Bunker Gosen – Museum in Gosen-Neu Zittau

Der Bunker Gosen in Gosen-Neu Zittau ist ein bedeutendes historisch-politisches Zeitzeugnis der DDR und ein einzigartiges Militärmuseum, das sich mit der Geheimdienstgeschichte des Landes befasst. Als Teil der „Hauptverwaltung A“ (HV A) diente der verbunkerte Schutzbau ab den 1950er-Jahren als Ausweichführungsstelle für den DDR-Auslandsspionagedienst – eine Einrichtung, die im Ernstfall die Führung des Dienstes auch unter extremen Bedingungen sichern sollte.

Besonders eng verbunden ist der Bunker mit dem Namen Markus Wolf, der als junger Offizier die HV A von Anfang an prägte. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Dienst von einer kleinen Einheit zu einem der mächtigsten Spionageapparate des Ostblocks. Die Anlage in Gosen wurde 1984 als „K81/1“ fertiggestellt und sollte als hochgeschützte Kommandostelle im Krisenfall die Arbeit des Nachrichtendienstes aufrechterhalten. Der Bunker verkörpert damit nicht nur technische Ingenieurskunst, sondern auch die strategische Bedeutung der Spionage für die DDR-Führung.

Das Museum widmet sich der systematischen Aufarbeitung dieser Geschichte, gestützt auf Originaldokumente aus dem Bestand des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des MfS (heute Bundesarchiv) sowie weiterer Institutionen wie dem Bundesnachrichtendienst oder dem Bundesamt für Verfassungsschutz. Im Fokus stehen dabei Arbeitsmethoden, Zielsetzungen und die Rolle der HV A im Kalten Krieg – immer mit dem Ziel einer sachlichen, faktenbasierten Vermittlung. Besonders hervorgehoben wird die Funktion des Bunkers als Ausweichzentrale, die im Falle eines Angriffs die Führung des Dienstes sicherstellen sollte.

Für Besucher bietet der Bunker Gosen nicht nur einen Einblick in die technische Architektur eines DDR-Spionagebunkers, sondern auch exklusive Sonderführungen, die normalerweise verschlossene Bereiche der Anlage zeigen. Experten wie ehemalige Mitarbeiter der HV A oder Fachleute für Militärgeschichte führen durch die Gänge und erklären die historischen Zusammenhänge – etwa die Nachrichtenverbindungen oder die Verbindung zum Regierungsbunker der DDR. Diese Führungen richten sich besonders an Geschichtsinteressierte, die sich vertieft mit der Spionagegeschichte des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen möchten.

Als rollstuhlgerecht zugängliches Militärmuseum verbindet der Bunker Gosen historische Aufklärung mit musealer Präsentation und macht so ein Stück DDR-Geschichte erlebbar. Die Ausstellungen und Führungen sind dabei stets an den archivierten Quellen orientiert, um ein differenziertes Bild von den Methoden und Strukturen der HV A zu vermitteln – ohne Sensationalismus, aber mit der gebotenen historischen Distanz.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…