Denkmal/Gedenkstätte

Carillon

John-Foster-Dulles-Allee 10 Ecke Große Querallee, 10557 Berlin

Highlights

  • Das Carillon in Berlin-Tiergarten ist ein 1987 eingeweihtes Glockenspiel mit 68 Glocken und einem Tonumfang von fünfeinhalb Oktaven.
  • Es steht im Großen Tiergarten südlich des Kanzleramts und erinnert an die zerstörten Carillons von Berlin und Potsdam.
  • Der Turm besteht aus vier 42 Meter hohen Granittürmen und wurde von den Architekten BJSS entworfen.

Tipps

  • Das Carillon im Tiergarten ist täglich um 12 und 18 Uhr per Automatik zu hören, u. a. mit der ukrainischen Nationalhymne.
  • Konzerte finden sonntags um 16 Uhr statt, teilweise mit Gastmusikern – Eintritt frei im Freien.
  • Für Turmführungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, um die Spielkabine zu besichtigen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Carillon

Das Carillon in Berlin steht im Großen Tiergarten südöstlich der Kongresshalle und südlich des Tipis am Kanzleramt. Es erinnert optisch und akustisch an die historischen Carillons, die bis zum Zweiten Weltkrieg in Berlin und Potsdam existierten. Nach Kriegsende wurde die Tradition der Carillonmusik unterbrochen, bis sie 1987 im Zuge des 750. Stadtjubiläums durch ein neues Instrument wiederbelebt wurde. Die Initiative ging von Jeffrey Bossin aus, einem in Kalifornien geborenen Musiker, der nach West-Berlin zog und maßgeblich am Entwurf und Bau des Instruments beteiligt war. Die Finanzierung erfolgte durch die Daimler-Benz AG unter Edzard Reuter.

Der Turm des Carillons besteht aus vier schwarzen Granittürmen, die jeweils 42 Meter hoch sind und quadratisch angeordnet wurden. Die Architektur stammt von den Planern Dietrich Bangert, Bernd Jansen, Stefan Scholz und Axel Schultes. Im Inneren führt eine Wendeltreppe mit 187 Stufen zur Spielerkabine in 33 Meter Höhe. Das Instrument umfasst 68 Glocken mit einem Tonumfang von fünfeinhalb Oktaven. Es zählt damit zu den größten Carillons Europas. Die Gesamtmasse der Glocken beträgt 48 Tonnen, wobei die schwerste 7,8 Tonnen und die leichteste acht Kilogramm wiegt. Die zehn schwersten Glocken sind unterhalb der Spielkabine angebracht, die übrigen 58 darüber.

Das Carillon wird hauptsächlich von Hand gespielt, bietet aber auch eine Automatik, die zu festgelegten Tageszeiten konzertante Stücke erklingen lässt. Die Konzerte finden regelmäßig statt und sind kostenfrei. Neben klassischer Musik werden auch moderne Bearbeitungen und Volkslieder gespielt. Besondere Veranstaltungen wie Gastkonzerte oder internationale Treffen ergänzen das kulturelle Angebot. Der Standort im Tiergarten macht das Carillon zu einem sehenswerten und klangvollen Element im Stadtbild Berlins. Besucher berichten von der beeindruckenden Klangqualität und der Atmosphäre, die sich besonders abends im Park ergibt.

Das Carillon fungiert nicht nur als musikalisches Instrument, sondern auch als Denkmal für die kulturelle Erneuerung der Stadt. Es knüpft an die zerstörten Carillons der Parochialkirche in Berlin-Mitte und der Garnisonkirche in Potsdam an. Die Anlage ist Teil einer internationalen Carillonkultur und wird durch Vorträge, Publikationen und Zusammenarbeit mit Musikerinnen und Musikern aus aller Welt weiterentwickelt. Die Website des Carillons bietet umfangreiche Informationen zu Konzerten, Führungen und der Geschichte des Instruments.

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