Denkmal/Gedenkstätte

Columbia-Haus (ehemaliges Konzentrationslager)

Columbiadamm 77, 10965 Berlin

Tipps

  • Das Mahnmal am Eingang des ehemaligen KZ Columbia-Haus ist seit 1994 aus erodiertem Stahl und erinnert an die Opfer des Ortes.
  • Das Gelände befindet sich heute im Parkbereich des ehemaligen Flughafens Tempelhof, nahe der Columbiastraße.
  • In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Polizeidirektion, was bei Besuchen zu beachten ist.

Eigenschaften

Ganzjährig

Über Columbia-Haus (ehemaliges Konzentrationslager)

Das Columbia-Haus in Berlin war einst ein nationalsozialistisches Konzentrationslager und zählt heute zu den bedeutenden historischen Gedenkstätten der Stadt. Ursprünglich im Jahr um 1900 als Militär-Arrest-Anstalt errichtet, diente das Gelände an der Columbiastraße zunächst der Inhaftierung von Soldaten. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde es ab 1933 von der Gestapo als Haftanstalt für politische Gegner missbraucht. Aufgrund seiner zentralen Lage in Berlin wurden hier viele prominente Persönlichkeiten des politischen Widerstands festgehalten.

Das Konzentrationslager Columbia wurde offiziell Ende des Jahres 1934 eröffnet und bestand bis Mitte der 1930er Jahre. Die Haftbedingungen waren von Anfang an unmenschlich: Die ursprünglich 156 Zellen fassten bald weit mehr Insassen, was zu extremen Überbelegungen führte. Die Wachmannschaften, darunter Angehörige der SS, verfügten über freie Hand bei der Misshandlung der Gefangenen. Die bestehende Justiz wurde durch politischen Druck daran gehindert, gegen die Vorgänge vorzugehen. Das Columbia-Haus wurde schließlich 1938 im Zuge des Ausbaus des Flughafens Tempelhof abgerissen.

Seit 1994 erinnert ein Mahnmal des Bildhauers Georg Seibert an die Opfer des ehemaligen Konzentrationslagers. Das aus erodiertem Stahl gefertigte Denkmal steht am Rand des ehemaligen Flughafens Tempelhof und würdigt die Erinnerung an diejenigen, die hier unter nationalsozialistischer Gewaltherrschaft litten. Obwohl das Gelände heute größtenteils von Grünflächen geprägt ist und sich in unmittelbarer Nähe ein Polizeirevier befindet, bleibt der historische Ort ein Ort des Gedenkens und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

Das Columbia-Haus steht exemplarisch für die frühe Phase der nationalsozialistischen Konzentrationslager und verdeutlicht die systematische Unterdrückung politischer Opposition unmittelbar nach der Machtübernahme. Die Erinnerung an die hier Inhaftierten ist heute Teil der historischen Aufarbeitung Berlins. Die unmittelbare Nachbarschaft zu Tempelhofer Feld, einem beliebten Naherholungsgebiet, unterstreicht den Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart und macht den Ort zu einem besinnlichen wie eindrucksvollen Ausflugsziel.

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