Denkmal/Gedenkstätte

Doris Birnbaum

Oranienstraße, 10999 Berlin

Highlights

  • Doris Birnbaum wurde 1926 in Berlin geboren und lebte mit ihrer Mutter und Großmutter in Kreuzberg.
  • 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
  • Ihre Großmutter Channe Schnurmacher starb kurz zuvor in Theresienstadt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Denkmal Berlin Doris Birnbaum

Der Gedenkort „Doris Birnbaum“ erinnert in Berlin an das Schicksal eines jungen Mädchens, das während der nationalsozialistischen Verfolgung ermordet wurde. Doris Birnbaum wurde im Jahr 1926 in Berlin geboren und lebte mit ihrer Mutter Klara Charlotte sowie ihrer Großmutter Channe Schnurmacher in der Oranienstraße im Bezirk Kreuzberg. Die Familie bewohnte dort von 1934 bis 1942 eine 3½-Zimmer-Wohnung. Ihre Vorgeschichte ist geprägt von der jüdischen Herkunft der Großeltern, die aus Galizien stammend Anfang des 20. Jahrhunderts nach Berlin zogen und dort ein Kleidergeschäft eröffneten.

Nach dem Tod des Großvaters Wilhelm im Jahr 1933 führte die Großmutter Channe das Geschäft weiter. Die Familie gehörte damit zu den jüdischen Unternehmerfamilien des Viertels, die unter den zunehmend restriktiven nationalsozialistischen Gesetzen besonders stark zu leiden hatten. Im August 1942 wurde Channe Schnurmacher nach Theresienstadt deportiert, wo sie kurze Zeit später starb. Doris Birnbaum und ihre Mutter Klara wurden einige Monate später, im März 1943, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihr Leben und ihr Tod stehen exemplarisch für das Schicksal zahlreicher jüdischer Familien in Berlin, die systematisch verfolgt und ermordet wurden.

Der Gedenkort selbst besteht aus einem sogenannten Stolperstein, der in den Bürgersteig vor dem ehemaligen Wohnhaus eingelassen ist. Diese Form des Gedenkens wurde in Deutschland und darüber hinaus durch den Künstler Gunter Demnig etabliert, um das individuelle Schicksal von Opfern des Nationalsozialismus sichtbar zu machen. Der Stolperstein für Doris Birnbaum erinnert nicht nur an ihr persönliches Schicksal, sondern steht auch stellvertretend für die vielen unschuldigen Opfer, die während des Holocausts ihr Leben verloren. Er lädt dazu ein, innezuhalten, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.

Die Biografie von Doris Birnbaum ist Teil eines umfangreicheren Projekts zur Erforschung und Gedenkpflege der NS-Opfer in Berlin. Die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, solche Lebensgeschichten zu dokumentieren und für nachfolgende Generationen zugänglich zu machen. Die Texte und Forschungsergebnisse basieren auf akribischer Recherche und tragen dazu bei, die Erinnerung an die Opfer lebendig zu erhalten. Inmitten des heutigen Kreuzberger Stadtgefüges erinnert der Stolperstein an eine Zeit, in der Menschen wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer Abstammung verfolgt und ermordet wurden.

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