Denkmal/Gedenkstätte

Fernsehsender Paul Nipkow

Parkstraße 5, 13187 Berlin

Highlights

  • Der Fernsehsender Paul Nipkow in Berlin war von 1934 bis 1944 Deutschlands erster programmatischer Fernsehsender, benannt nach dem Erfinder der Nipkow-Scheibe.
  • 1936 eröffnete der Sender eine Großbildstelle mit 120 Plätzen; ab 1941 war das Berliner Programm sogar per Breitbandkabel in Hamburg empfangbar.
  • Das Programm bestand aus Live-Sendungen und Tonfilmen – der Sender versorgte später Regionen wie Rhein-Main über den 53 Meter hohen Fernmeldeturm Großer Feldberg.

Tipps

  • Der Standort des ehemaligen Fernsehsenders Paul Nipkow liegt in einem historischen Industriegebiet mit originaler Bausubstanz aus der Zeit des Nationalsozialismus.
  • Ein Informationspavillon bietet einen Überblick über die technische Entwicklung des frühen Fernsehens sowie die historische Bedeutung des Senders für die Mediengeschichte.
  • Die Umgebung des Geländes zeigt Spuren der ursprünglichen Fernmeldetechnik, darunter Reste von Antennenanlagen und technische Infrastruktur aus den 1930er-Jahren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Fernsehsender Paul Nipkow Berlin Kulturdenkmal

Der Fernsehsender Paul Nipkow in Berlin war ein historisch bedeutsamer Meilenstein der deutschen Fernsehtechnik und trug den Namen des Erfinders der Nipkow-Scheibe, einer zentralen Komponente für die frühe Fernsehübertragung. Der Sender ging 1934 in Betrieb und markierte den Start des ersten programmgebundenen Fernsehrundfunks in Deutschland. Sein Standort im Berliner Bezirk Witzleben war strategisch gewählt, um die technologische Innovation der Zeit zu präsentieren – damals noch ein Novum, da Fernsehgeräte zwar seit 1930 erhältlich, aber handgefertigt und in geringen Stückzahlen produziert wurden.

Die Eröffnung erfolgte unter politischer Symbolik: Der Senderleiter Eugen Hadamovsky betonte in seiner Ansprache die „heilige Mission“, das Bild des „Führers“ in die deutschen Haushalte zu tragen. Das Programm bestand aus einer Mischung aus Live-Sendungen und abspielbaren Tonfilmen, wobei die Sendezeit auf etwa zwei Stunden täglich begrenzt war. 1936 wurde eine zweite Großbildstelle mit 120 Plätzen eröffnet, die jedoch bald wieder geschlossen wurde. Dennoch blieb der Sender ein zentraler Knotenpunkt der frühen Fernsehgeschichte – sein Signal erreichte sogar über ein Breitbandkabel bis in Hamburger Fernsehstuben.

Technisch war der Sender Teil eines größeren Netzwerks: Über den 1937 errichteten Fernmeldeturm auf dem Großen Feldberg in der Nähe von Frankfurt am Main sollte das Rhein-Main-Gebiet mit den Übertragungen versorgt werden. Weitere geplante, aber nicht realisierte Sendeanlagen befanden sich auf dem Brocken und dem Großen Inselsberg, was die ambitionierten Ausbaupläne der NS-Zeit unterstreicht. Der Sender Paul Nipkow blieb bis 1944 in Betrieb und prägte damit eine Ära, die den Grundstein für das moderne Fernsehen legte – wenn auch unter den spezifischen Rahmenbedingungen der Zeit.

Heute erinnert der Standort an die Pionierarbeit der Fernsehtechnik und die kulturelle Bedeutung des Mediums in der deutschen Geschichte. Als historisches Denkmal dokumentiert er den Übergang von experimentellen Versuchen zur flächendeckenden Verbreitung von Bild und Ton. Obwohl der Sender selbst nicht mehr existiert, bleibt sein Erbe in Archiven und technischen Sammlungen erhalten – ein Zeugnis für die rasante Entwicklung der Medienlandschaft im 20. Jahrhundert.

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