Georg Lewinsohn
Highlights
- Georg Lewinsohn war ein Berliner Fotograf, der den Bau des Spreetunnels 1926/27 filmisch dokumentierte.
- Seine Stummfilmaufnahmen zeigen die innovative Senkkastenbauweise des ersten Stahlbetontunnels Deutschlands.
- Lewinsohn schuf damit ein wichtiges historisches Zeugnis der Berliner Verkehrs- und Baugeschichte.
Tipps
- Vom S-Bahnhof Friedrichshagen aus lässt sich der Spreetunnel zu Fuß oder mit dem Rad erreichen – die Bölschestraße bietet Cafés und Restaurants entlang des Weges.
- Der Tunnel verbindet Friedrichshagen mit der Kämmereiheide und ermöglicht einen Spaziergang direkt am Müggelsee mit Blick auf das Wasser.
- Auf beiden Seiten des Tunnels lohnt ein kurzer Aufenthalt: am Startpunkt kleine Läden, am Ziel die Hafenbar und ein Uferrestaurant.
Eigenschaften
Über Georg Lewinsohn
Der Georg Lewinsohn ist ein bedeutendes Kulturdenkmal in Berlin und steht exemplarisch für die technische und städtebauliche Entwicklung des frühen 20. Jahrhunderts. Genauer gesagt handelt es sich um den berühmten Spreetunnel in Berlin-Köpenick, der seit seiner Eröffnung ein wichtiger Verbindungsweg zwischen den Ortsteilen Friedrichshagen und der Kämmereiheide am Müggelsee ist. Als erste Stahlbetonkonstruktion seiner Art in Deutschland, errichtet in aufwendiger Senkkastenbauweise, verkörpert das Bauwerk nicht nur Ingenieurskunst, sondern ist auch Zeugnis einer bewegten Stadtgeschichte. Es ermöglichte erstmals eine zuverlässige und wetterunabhängige Querung der Spree und ersetzte die bis dahin genutzte Prahmfähre, die den wachsenden Besucherströmen nicht mehr gewachsen war.
Die historische Bedeutung des Tunnels spiegelt sich auch in seiner architektonischen Gestaltung und seinen BauDetails wider. Mit einer Gesamtlänge von 120 Metern, einer Breite von fünf Metern und einer Höhe von 2,50 Metern lädt der Tunnel nicht nur zum Durchqueren ein, sondern auch zu einem kurzen Verweilen. Die Wände aus massivem Stahlbeton mit einer Stärke von 45 Zentimetern vermitteln ein beeindruckendes Gefühl der Stabilität, während die unterirdische Lage fast acht Meter unter der Wasseroberfläche ein besonderes Raumerlebnis schafft. Die Treppenbereiche an beiden Enden sind mit rund 20 Metern Länge jeweils ein markanter Bestandteil des Tunnels und führen sanft in das eigentliche Bauwerk hinab. Die Bauzeit dauerte etwa 16 Monate, wobei die Bauarbeiten so organisiert waren, dass der Schiffsverkehr auf der Spree nicht unterbrochen wurde.
Heute ist der Georg Lewinsohn nicht nur ein funktionales Verkehrsbauwerk, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel für Kultur- und Technikinteressierte. Die unmittelbare Nähe zum Müggelsee und zur Hafenbar macht ihn zu einem idealen Zwischenstopp bei Spaziergängen oder Radtouren. Besucher berichten von einer beeindruckenden Aussicht auf den See, die sich vor allem vor dem Tunneleingang bietet. Fußgänger und Radfahrer nutzen den Tunnel gleichermaßen, um die beiden Uferseiten zu verbinden. Die umliegende Landschaft mit ihren Wäldern, Gewässern und kleinen Cafés macht die Region zu einem grünen Rückzugsort in der Berliner Stadtlandschaft. Der Spreetunnel ist somit nicht nur ein Denkmal der Verkehrsgeschichte, sondern auch ein lebendiger Teil des kulturellen Lebens in Berlin-Köpenick.
Die Einbindung des Tunnels in das Stadtgefüge verdeutlicht zudem die Entwicklung von Köpenick, das erst im Zuge der Groß-Berlin-Gesetze zu Berlin gehörte. Die bis dahin eigenständige Stadt wurde durch solche Infrastrukturprojekte enger mit der Hauptstadt verzahnt. Die Geschichte des Georg Lewinsohn ist daher eng verknüpft mit der regionalen Identität und der städtebaulichen Transformation des Südostens Berlins. Die Tatsache, dass der Tunnel noch heute nahezu unverändert in Betrieb ist, unterstreicht seine nachhaltige Planung und sein kulturelles Erbe. Seine besondere Bauweise und Funktion machen ihn zu einem einzigartigen Zeugnis der frühen Moderne im Berliner Stadtgebiet.