Denkmal/Gedenkstätte

Güteraußenring

12681 Berlin

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Güteraußenring

Der Güteraußenring (GAR) ist ein ehemaliger Eisenbahnring um Berlin, der ursprünglich zur Entlastung des innerstädtischen Güterverkehrs im Südosten der Stadt gebaut wurde. Ursprünglich Teil umfangreicher Planungen für eine Ringbahn um Berlin, wurde der Güteraußenring in den frühen 1940er Jahren im Zuge des Zweiten Weltkriegs provisorisch errichtet. Die etwa 45 Kilometer lange Strecke verband Teltow im Süden mit Karow im Norden und umging dabei das Stadtzentrum. Während der südliche Teil der Strecke bereits in den 1950er Jahren weitgehend stillgelegt wurde, wird der östliche Abschnitt heute noch von der S-Bahn genutzt.

Die Trasse führte von Teltow über Lichtenrade und Schönefeld bis zum Grünauer Kreuz, wo sie nordwärts in Richtung Eichgestell, Wuhlheide und weiter bis nach Karow verlief. Im weiteren Verlauf wurde sie sogar bis nach Oranienburg ausgebaut, wobei dieser nördliche Abschnitt als sogenannter Nördlicher Güteraußenring bezeichnet wird. Diese Erweiterung hatte jedoch weniger mit dem ursprünglichen Plan des Güteraußenrings zu tun, sondern diente vor allem der Umfahrung West-Berlins in der geteilten Stadt. Die Strecke spielte eine wichtige Rolle im Güterverkehr und später im S-Bahn-Betrieb, besonders im Osten Berlins.

Einige Abschnitte des Güteraußenrings sind heute noch integraler Bestandteil des Berliner S-Bahn-Netzes, insbesondere im Bereich zwischen Springpfuhl und Karow. Der S-Bahnhof Springpfuhl, direkt an der ehemaligen Trasse gelegen, ist Zeuge dieser Verkehrsgeschichte. Obwohl der Bahnhof eher klein und nicht besonders modern wirkt, bietet er gute Anschlussmöglichkeiten in die Stadt und ins Umland. Reisende berichten von einer gewissen Charme, gepaart mit einer gewissen Rauheit – ein Spiegelbild der Geschichte dieser Bahnstrecke, die sowohl von Funktionalität als auch von Nachkriegsästen geprägt ist.

Der Güteraußenring steht exemplarisch für die Verkehrs- und Stadtentwicklungsgeschichte Berlins im 20. Jahrhundert. Er dokumentiert den Wandel vom Güterverkehr über die Teilung der Stadt bis hin zur Integration in das moderne Nahverkehrsnetz. Seine Bedeutung liegt weniger in monumentaler Architektur denn in seiner funktionalen Rolle als Verbindung und Entlastung im städtischen Verkehr. Heute erinnern nur noch Teile der originalen Trassenführung sowie einige Bahnübergänge und Brücken an die ehemalige Bedeutung dieses Rings.

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