Museum

Haus am Lützowplatz

Lützowpl. 9, 10783 Berlin

Highlights

  • 1873 als Stadtvilla erbaut, 1943 durch Bombenangriffe zerstört und 1950 als Kulturzentrum wiedereröffnet.
  • Kunstverein seit 1960 aktiv; zeigte frühe Ausstellungen mit Van Gogh, Chagall und Modersohn-Becker ab den 1950ern.
  • 1987 umgestaltet mit skulpturalem Treppenaufgang für neue Besucherführung und Kunstspazierpfade im Wohnpark.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang über den seitlichen Eingang ermöglicht einen ungehinderten Eintritt in die Ausstellungsbereiche.
  • Die Große Galerie und das Graphische Kabinett bieten wechselnde Präsentationen zeitgenössischer und historischer Kunstwerke.
  • Die Treppenskulptur von Volkmar Haase dient als markanter Weg durch das Gebäude und verbindet die Ausstellungsräume mit dem Hofbereich.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur & Museen am Lützowplatz Berlin

Das Haus am Lützowplatz ist eines der bedeutendsten Kunstzentren Berlins und ein lebendiges Zeugnis der kulturellen Wiedergeburt der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Gegründet 1960 auf Initiative des damaligen Berliner Bürgermeisters Willy Brandt, wurde die 1873 erbaute Stadtvilla des Architekten Wilhelm Neumann als Ort für zeitgenössische Kunst und kulturelle Veranstaltungen erhalten. Ursprünglich als Residenz der Familie Zimmermann konzipiert, überstand das Gebäude schwere Zerstörungen durch Bombenangriffe 1943 und brannte teilweise aus. Dank des Einsatzes des Künstlers Nikolaus Sakrekow und des Künstlervereins VBK konnte es jedoch schon 1950 als „Kulturzentrum am Lützowplatz“ wiedereröffnet werden – zunächst als Bezirksgalerie mit Ausstellungen international renommierter Künstler wie Vincent van Gogh, Oskar Kokoschka oder Paula Modersohn-Becker.

Das Haus am Lützowplatz vereint architektonische Geschichte mit innovativer Ausstellungspraxis. Seine beiden Hauptausstellungsräume – die Große Galerie und das Hochparterre – bieten Raum für wechselnde Schauen, die von klassischer Moderne bis zu zeitgenössischen Positionen reichen. Besonders prägend wurde die bauliche Intervention von Volkmar Haase in den 1980er-Jahren: Seine monumentale Treppenskulptur schuf nicht nur eine neue Verbindung zwischen Hof und Ausstellungsbereich, sondern veränderte nachhaltig die Wahrnehmung des Hauses als offener Kunstort. Die Skulptur markiert den Eingang expressiv und verbindet das Gebäude direkt mit dem öffentlichen Raum – ein Konzept, das später durch den „Kunstspazierpfad“ im angrenzenden Wohnpark Lützowufer ergänzt wurde.

Seit seiner Gründung setzt das Haus auf experimentelle Formate und internationale Künstler:innen. 1998 präsentierte das Kölner Künstlerpaar Anna und Bernhard Blume hier unter dem Titel Transzendentaler Konstruktivismus Werke von Volkmar Haase, während Chiharu Shiotas berühmte Fadenskulptur „Das Licht ist, wo Dein Herz ist“ (seit 2006) im Eingangsbereich eine ständige Installation bildet. Shiotas Werk, das persönliche Erinnerungen und Abwesenheit thematisiert, steht exemplarisch für die vielschichtige Programmkultur des Hauses. Auch jüngere Projekte wie die „Große Geste“ von Christian Jankowski zeigen, wie das Haus am Lützowplatz bis heute als Plattform für gesellschaftliche Reflexionen dient – etwa durch interaktive Installationen, die Besucher:innen zum Mitdenken anregen.

Getragen vom 1960 gegründeten Kunstverein „Haus am Lützowplatz – Fördererkreis Kulturzentrum Berlin e.V.“, verbindet es historische Substanz mit moderner Ausstellungskultur. Ob als Ort der Erinnerung an die Nachkriegszeit oder als lebendiger Diskursraum – das Haus bleibt ein zentraler Akteur im Berliner Kunstbetrieb und ein Symbol für die ungebrochene Verbindung von Architektur, Kunst und öffentlichem Raum.

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