Henry Pheil ehem. Pfeil
Highlights
- Henry Pheil, geboren 1920 in Berlin-Friedenau, emigrierte 1939 nach Schottland.
- Seine Eltern wurden 1941 nach Lodz deportiert und 1942 in Chelmo ermordet.
- Er studierte in Schottland, änderte seinen Namen und starb 1984 in Großbritannien.
Tipps
- Besucher finden den Gedenkort am Perelsplatz 15 in Berlin-Friedenau, ehemaliger Wohnsitz von Henry Pheil, heute eine ruhige Oase im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.
- Die Stolpersteine vor dem Gebäude erinnern an das Schicksal der Familie und ermöglichen eine persönliche Auseinandersetzung mit der Geschichte.
- Ein Besuch lohnt sich besonders für Interessierte der lokalen NS-Geschichte und jüdischen Lebens in Berlin vor 1933.
Eigenschaften
Über Henry Pheil ehem. Pfeil
Der ehemalige Pfeil-Park, heute Henry Pheil genannt, liegt im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg im Ortsteil Friedenau. Der Park erinnert mit seinem Namen an Henry Pheil, geboren als Heinrich Pfeil, der 1939 vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Schottland fliehen konnte. Seine Eltern wurden während des Holocausts deportiert und im Vernichtungslager Chelmo ermordet. Der Namenswechsel des Parks ehrt damit das Schicksal des jüdischen Berliners und Emigranten, der später als Ingenieur in Großbritannien lebte und arbeitete.
Der Ort des Parks war früher als Perelsplatz bekannt und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu weiteren stadtgeschichtlich bedeutsamen Orten. Die Gedenkstätte Stolpersteine in Berlin hat hier den Lebensweg von Henry Pheil dokumentiert, dessen Name nun auch Teil des Orts ist. Die Umbenennung erfolgte im Jahr 2020 und verbindet somit die Erinnerung an das Schicksal der Familie Pfeil mit dem öffentlichen Raum.
Der Park selbst ist ein kleiner, städtischer Grünraum, der sich durch eine ruhige und gepflegte Atmosphäre auszeichnet. Besucher*innen schätzen den Ort als Rückzugsmöglichkeit mitten im Stadtteil. Mit seiner zentralen Lage in Friedenau bietet der Park eine kurze Auszeit vom Alltagslärm und. Bänke und schattenspendende Bäume tragen zur Nutzung des Parks bei, der sich besonders an sonnigen Tagen als beliebte Ruheoase erweist.
Die Geschichte des Parks ist eng mit der Biografie der Familie Pfeil verknüpft, die seit den 1920er Jahren am heutigen Perelsplatz lebte. Heinrich Pfeil wuchs in bürgerlicher Umgebung auf, besuchte zunächst das Helmholtz-Realgymnasium und später die Joachimsthaler Höhere Handelsschule, bevor er aufgrund der rassistischen Gesetze des NS-Regimes das Land verlassen musste. Seine Flucht führte ihn zunächst nach Großbritannien, später wurde er in einem Internierungslager in Kanada inhaftiert, kehrte nach dem Krieg jedoch zurück und lebte fortan in Schottland.
Die Erinnerung an Henry Pheil und seine Familie wird heute nicht nur durch den Namen des Parks wachgehalten, sondern auch durch die Stolpersteine, die vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie im Perelsplatz verlegt wurden. Die Biografie, zusammengestellt von Sigrun Marks, dokumentiert das Schicksal eines jungen Menschen, der trotz der Verfolgung und des Verlustes seiner Eltern einen Weg ins Exil fand und dort ein neues Leben aufbaute. Der Park trägt somit zur Erinnerungskultur Berlins bei und vermittelt gleichzeitig einen Ort der Besinnlichkeit im Stadtteil.