Denkmal/Gedenkstätte

Herbert Budzislawski

Große Hamburger Straße 15/16, 10115 Berlin

Highlights

  • Herbert Budzislawski war ein Berliner Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
  • Er gehörte der Gruppe Herbert Baum an und wurde nach einem Anschlag 1942 verhaftet.
  • Ein Stolperstein erinnert heute an ihn in der Großen Hamburger Straße in Berlin.

Tipps

  • Besucher finden den Stolperstein vor der ehemaligen Adresse in der Großen Hamburger Straße 15/16.
  • Zwei Gedenksteine erinnern zusätzlich in Berlin an Herbert Budzislawski und die Baum-Gruppe.
  • Ein Gedenkstein am Jüdischen Friedhof Weißensee nennt ebenfalls seinen Namen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Herbert Budzislawski

Herbert Budzislawski war ein Berliner Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime und Mitglied der nach Herbert Baum benannten Widerstandsgruppe. Er wuchs in einer jüdischen Kaufmannsfamilie auf, die dem liberalen Judentum angehörte. In seiner Jugend engagierte er sich in jüdischen Jugendorganisationen, darunter die Jüdische Jugendschar und der Bund deutsch-jüdische Jugend. Über das Ehepaar Martin und Sala Kochmann kam er mit der kommunistisch orientierten Baum-Gruppe in Kontakt, deren Mitglied er wurde.

Die Gruppe um Herbert Baum unternahm 1942 einen Anschlag auf die Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies“ im Berliner Lustgarten. Nach dem missglückten Attentat wurde die Gruppe enttarnt. Budzislawski wurde verhaftet, vor Gericht gestellt und schließlich im Berliner Plötzensee hingerichtet. Besonders hervorzuheben ist, dass er als homosexueller Mann gegen die gesellschaftlichen und rechtlichen Normen des NS-Regimes verstieß – ein Umstand, der seine politische wie persönliche Haltung unterstreicht.

Heute erinnert ein Stolperstein vor dem ehemaligen Wohnsitz von Herbert Budzislawski in der Spandauer Vorstadt an sein Schicksal. Der Stein ist in den Bürgersteig eingelassen und trägt den Namen sowie Lebensdaten des Widerstandskämpfers. Daneben gibt es in Berlin zwei weitere Gedenksteine, die der Baum-Gruppe gewidmet sind und namentlich auch Herbert Budzislawski ehren. Einer dieser Gedenksteine befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee am Markus-Reich-Platz. Er wurde 1981 durch das damalige Ost-Berliner Magistrat errichtet, allerdings ohne nähere Hinweise auf die Widerstandsaktion im Lustgarten.

Der Ort, an dem Herbert Budzislawski lebte und wirkte, ist eng mit der Geschichte des jüdischen Lebens in Berlin verbunden. Besucher, die sich mit dem jüdischen Erbe der Stadt auseinandersetzen möchten, stoßen an dieser Stelle auf eine zentrale Persönlichkeit des Widerstands. Auch der Hinweis, niemals zu vergessen, was in den Jahren 1933 bis 1945 geschehen ist, erhält hier eine besondere Bedeutung. Die Gedenkstätten laden dazu ein, den Mut und die Überzeugung von Menschen wie Herbert Budzislawski zu würdigen.

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