Jagd auf die große Bärin
Highlights
- 2017 und 2024 zeigte SONDER in Berlin die Installation ‚Jagd auf die große Bärin‘ im 48h Neukölln Kunstfestival.
- Die Arbeit thematisiert größenwahnsinnige Stadtplanung und ökologische Konflikte durch monumentale Interventionen in Berlin.
- SONDER nutzt öffentliche Räume, um politische Diskurse über urbane Zukunftsvisionen zu provozieren und zu visualisieren.
Eigenschaften
Bärin-Jagddenkmal Berlin: Kultur-Ausflug
Die Installation *„Jagd auf die große Bärin“* ist ein faszinierendes Kunstwerk des Berliner Kollektivs SONDER, das sich mit den Spannungen zwischen menschlicher Dominanz und ökologischen Grenzen auseinandersetzt. Gegründet von Peter Behrbohm und Anton Steenbock, verbindet das Projekt politische Kritik mit poetischen Interventionen und regt zur Reflexion über kollektive Zukunftsvisionen an. Die Arbeit gehört zu einer Reihe von Projekten, die sich mit urbanen und ökologischen Konflikten befassen – etwa durch die Bearbeitung von Architekturutopien oder kommerziellen Narrativen, die oft Natur und Stadtentwicklung gegeneinander ausspielen.
Im Zentrum steht eine symbolische Jagd auf eine „große Bärin“, die als Metapher für bedrohte Ökosysteme und menschliche Hybris dient. Die Installation spielt mit der Idee einer verpassten Chance: Die Bärin, ein Symbol für Wildnis und Widerstandsfähigkeit, wird nicht erlegt, sondern bleibt als imaginäre Figur in der Stadt präsent. Dies wirft Fragen auf, wie wir mit der Zerstörung natürlicher Lebensräume umgehen und ob es möglich ist, neue, gerechtere Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt zu schaffen. Die Arbeit verbindet dabei historische und aktuelle Bezüge – etwa zur Berliner Stadtgeschichte, in der Natur oft als „Problem“ behandelt wurde, das es zu „lösen“ galt.
SONDER setzt in seinen Projekten auf partizipative Formate und öffentliche Räume, um Debatten über Stadtentwicklung und Ökologie anzustoßen. *„Jagd auf die große Bärin“* ist dabei kein reines Ausstellungsstück, sondern eine Intervention, die den Betrachter:innen Raum gibt, eigene Perspektiven auf Macht, Kontrolle und Verantwortung zu entwickeln. Die Arbeit wurde in renommierten Kontexten wie der Akademie der Künste Berlin oder dem Kunst-Werke KW Berlin präsentiert und zeigt, wie Kunst politische Diskurse sichtbar machen kann – ohne moralische Fingerzeige, aber mit provokanter Bildsprache.
Wer sich für zeitgenössische Kunst mit gesellschaftlicher Relevanz interessiert, findet hier eine Arbeit, die Berlin als Labor für neue Denkweisen nutzt. Die Installation lädt ein, über die Grenzen zwischen Kultur, Politik und Ökologie nachzudenken – und zeigt, wie Kunst als Werkzeug dienen kann, um vergangene und zukünftige Konflikte zu deuten. Besonders spannend ist dabei, wie SONDER traditionelle Ausstellungsräume mit öffentlichen Plätzen verbindet, um Kunst erlebbar zu machen, ohne sie in Museen zu verorten.
Ob als Teil einer Ausstellung oder als eigenständige Intervention: *„Jagd auf die große Bärin“* bleibt ein kraftvolles Statement über die Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur. Sie erinnert daran, dass Wildnis nicht nur ein Relikt der Vergangenheit ist, sondern ein aktiver Widerstand gegen Entfremdung – und dass ihre „Jagd“ vielleicht gar nicht das Ziel, sondern der Beginn einer neuen Erzählung sein sollte. Für alle, die Berlin nicht nur als Stadt, sondern als Ort der Reflexion erleben wollen, ist dies ein einzigartiges Erlebnis.