Johanne Lilienthal
Highlights
- Johanne Lilienthal geb. Beckmann wurde 1900 in Hesepe geboren und lebte mit ihrer jüdischen Familie in Berlin.
- 1939 floh sie mit Ehemann Alfred und Tochter Eva vor den Nazis nach Shanghai.
- Nach dem Krieg kehrte sie 1950 mit ihrer Tochter nach Deutschland zurück, während Alfred 1951 als „displaced person“ eintraf.
Tipps
- Besucher der Stolpersteine für Johanne Lilienthal in der Bornstr. 1 in Berlin-Friedenau erfahren mehr über das Schicksal jüdischer Bürger vor Ort.
- Die ehemalige Adresse in der Belziger Str. 5 in Schöneberg war Teil des Berliner Netzwerks jüdischer Familien im frühen 20. Jahrhundert.
- Interessierte können über die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ weitere biografische Details zur Familie Lilienthal recherchieren.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Denkmal Johanne Lilienthal Berlin
Der Gedenkstein für Johanne Lilienthal geb. Beckmann erinnert in Berlin-Friedenau an das Schicksal einer Frau, die mit ihrem jüdischen Ehemann und ihrer Tochter während des Nationalsozialismus nach Shanghai floh. Johanne Beckmann wurde in Hesepe (Bezirk Osnabrück) geboren und wuchs in einer evangelischen Familie auf. Als Stenotypistin und Kontoristin führte sie ein eigenes Berufsleben, bevor sie 1923 in Aachen den Speditionskaufmann Alfred Lilienthal heiratete. Das Paar zog nach Berlin, wo Alfred zunächst ein Berliner Transportunternehmen leitete und später als Geschäftsführer bei internationalen Transportgesellschaften arbeitete.
Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten verschlechterte sich die Lage der Familie zusehends. Obwohl Alfred Lilienthal als Erster-Weltkriegs Veteran zunächst noch mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet wurde, verlor er 1938 seinen Posten. Kurz darauf wurde er verhaftet und ins KZ Sachsenhausen interniert. Nach seiner Entlassung wurde die Familie unter dem Vorwand einer Reichsfluchtsteuer zur Flucht gedrängt. Im April 1939 bestiegen Johanne, Alfred und ihre neunjährige Tochter Eva in Bremerhaven den Dampfer „Scharnhorst“ und segelten ohne Visa nach Shanghai – einem der wenigen Orte, an dem jüdische Flüchtlinge damals Zuflucht finden konnten.
In Shanghai lebten sie zunächst in ärmlichen Verhältnissen. Nach der Errichtung eines Ghettos durch die japanische Besatzungsmacht 1943 mussten sich die Familienmitglieder trennen: Alfred blieb im Ghetto, während Johanne mit ihrer Tochter außerhalb leben musste. Einem Druck des Deutschen Generalkonsulats, sich scheiden zu lassen und nach Deutschland zurückzukehren, stand sie entschieden gegenüber. Das Paar trennte sich nie offiziell. Nach Kriegsende lösten die Alliierten das Ghetto auf. Die Familie beschloss, nach Deutschland zurückzukehren. Während Alfred zunächst als sogenannter „displaced person“ in einem Lager in Bayern untergebracht wurde, reiste Johanne mit ihrer Tochter nach Hamburg und siedelte später nach Wiesbaden über, wo sie ihren späteren Lebensgefährten kennenlernte.
Heute erinnert der Stolperstein in der Bornstraße 1 in Berlin-Friedenau an das Leben und das Schicksal von Johanne Lilienthal. Er ist Teil des Projekts „Stolpersteine“, das Opfer des Nationalsozialismus würdigt und ihre Biografien sichtbar macht. Die Gedenkstätte steht in direktem Bezug zur Geschichte des Stadtbezirks Steglitz-Zehlendorf, in dem Friedenau liegt, und dokumentiert eindrücklich die Verstrickung privater Lebenswege in die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts.
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Häufige Fragen zu Johanne Lilienthal
Wer war Johanne Lilienthal geb. Beckmann?
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Wann floh Johanne Lilienthal mit ihrer Familie nach Shanghai?
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Welche Bedeutung hatte die Flucht der Familie Lilienthal?
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Was geschah mit Alfred Lilienthal vor der Flucht?
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