Denkmal/Gedenkstätte

Kurt Mosler

Klingsorstraße 66, 12167 Berlin

Highlights

  • Kurt Mosler, geboren 1890 in Berlin, war Bankkaufmann und später Versicherungskaufmann.
  • Er lebte mit seiner Familie in Lichterfelde und später in Steglitz, wo er ein Doppelhaus in der Rothenburgstraße 24 besaß.
  • Mosler wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Kurt Mosler

Kurt Mosler war ein Berliner Bankkaufmann jüdischer Herkunft, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine vielversprechende berufliche Laufbahn verfolgte, ehe seine Existenz durch die nationalsozialistischen Verfolgungen zerstört wurde. Geboren in Berlin, wuchs er in einer bürgerlichen Familie auf und absolvierte eine kaufmännische Ausbildung bei der Dresdner Bank. Zeitweise lebte er auch in England, bevor er im Ersten Weltkrieg bei der Deutschen Marine diente. Danach etablierte er sich erfolgreich im Bank- und Versicherungsgeschäft und gründete schließlich eigenes Unternehmen in der Berliner Innenstadt. In den 1920er Jahren ließ er sich in Steglitz nieder, wo er gemeinsam mit seiner Familie und seiner Mutter ein villenähnliches Doppelhaus in der Rothenburgstraße bezog.

Sein Leben und Wirken spiegeln die Hoffnungen und späteren Schrecken der jüdischen Bürger in Deutschland wider. Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten wurde auch Mosler zunehmend beruflich eingeschränkt. Sein eigenes Bankhaus musste bereits Anfang der 1930er Jahre aufgelöst werden. In den folgenden Jahren versuchte er, sich als freier Makler und später als Inhaber einer Druckerei neu zu etablieren. Diese Bemühungen wurden jedoch durch wirtschaftlichen Druck und staatliche Repression zunichtegemacht. Mehrfach versuchte er, ins Ausland zu emigrieren – zunächst nach Holland, später plante er eine Übersiedlung nach England – doch ohne dauerhaften Erfolg. Seine wirtschaftlichen Ressourcen schrumpften rapide, unter anderem durch Zwangsverkäufe und die Entrichtung von sogenannter Reichsfluchtsteuer für sich und Angehörige.

1939 wurde Kurt Mosler schließlich seines Wohnsitzes in Steglitz enteignet. Das Haus in der Rothenburgstraße musste er unter Zwangsbedingungen veräußern, ohne einen angemessenen Ausgleich zu erhalten. Er zog mit seiner Familie in eine kleinere Wohnung in Wilmersdorf. Am 2. März 1943 wurde er gemeinsam mit seiner Familie deportiert und nach Auschwitz gebracht, wo er kurz darauf ermordet wurde. Damit endete das Leben eines Mannes, der einst wirtschaftlich erfolgreich und gesellschaftlich integriert war, doch im nationalsozialistischen Unrechtsstaat zum Opfer wurde.

Heute erinnert ein Stolperstein in der Rothenburgstraße 24 in Berlin-Steglitz an Kurt Mosler. Der Gedenkstein ist Teil des Projekts „Stolpersteine in Berlin“, das das Schicksal jüdischer Bürger und anderer Opfer des Nationalsozialismus sichtbar machen will. Die Biografie Kurt Moslers dokumentiert exemplarisch, wie schnell bürgerliche Sicherheit und wirtschaftlicher Erfolg unter dem Druck rassistischer Gesetze und staatlicher Willkür zerstört werden konnten. Seine Geschichte ist eng verknüpft mit dem Stadtteil Steglitz und der jüdischen Gemeinde Berlins, deren Leben und Schicksale bis heute erforscht und erinnert werden.

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