Denkmal/Gedenkstätte

Leo Baeck

Tucholskystraße 9, 10117 Berlin

Highlights

  • Dr. Leo Baeck wurde am 23. Mai 1873 in Lissa (heute Leszno/Polen) geboren und war Sohn eines Rabbiners.
  • Er lebte von 1932 bis 1943 in der Fritz-Elsas-Straße 15 in Berlin-Schöneberg, bevor er nach Theresienstadt deportiert wurde.
  • Leo Baeck überlebte den Holocaust, setzte sich später in England nieder und starb am 2. November 1956 in London.

Tipps

  • Das Leo-Baeck-Haus in Berlin-Mitte ist nicht öffentlich zugänglich, jedoch kann die Außenansicht besucht werden.
  • In der Fritz-Elsas-Straße 15 befindet sich ein Stolperstein für Leo Baeck, verlegt am 11. September 2012.
  • Weitere Erinnerungsorte sind die Leo-Baeck-Straße in Zehlendorf und das Leo-Baeck-Heim am Lietzensee.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Leo Baeck

Das Denkmal für Leo Baeck in Berlin erinnert an eine zentrale Persönlichkeit des deutschen Judentums des 20. Jahrhunderts. Leo Baeck, geboren in der damaligen preußischen Provinz Posen, war Rabbiner, Religionsphilosoph und langjähriger Vertreter des liberalen Judentums in Deutschland. Seit 1932 lebte er in einer Wohnung in der Fritz-Elsas-Straße im Bezirk Schöneberg. Diese Bleibe wurde später zum Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland. Das Gebäude selbst steht heute unter Denkmalschutz und symbolisiert sowohl die Blüte des jüdischen Lebens in Berlin als auch die Verfolgung während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Leo Baeck übernahm wichtige Funktionen in jüdischen Organisationen, darunter den Vorsitz der Reichsvertretung der deutschen Juden, die von der Gestapo instrumentalisiert wurde. Trotz mehrfacher Verhaftungen und andauernder Bedrohung lehnte er Angebote zur Emigration ab und blieb im Land. Im Jahr 1943 wurde er deportiert und kam ins Ghetto Theresienstadt, wo er weiterhin aktiv war und Mitglied des Ältestenrates wurde. Mehrere seiner Familienmitglieder starben während der Deportationen. Baeck selbst überlebte den Zweiten Weltkrieg und kehrte anschließend nach seiner Befreiung nach England zu seiner Tochter zurück, wo er 1956 verstarb.

Das ehemalige Wohnhaus in Berlin ist heute ein kulturelles Zentrum und Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland. Es dient als Ort der Erinnerung und des Gedenkens sowie als Symbol für das jüdische Leben in der Stadt. Das Gebäude selbst ist nicht öffentlich zugänglich, wird jedoch aufgrund seiner historischen Bedeutung als wichtiger kultureller Ort wahrgenommen. Jährlich wird hier der Leo-Baeck-Preis verliehen, der herausragende Leistungen im Bereich der jüdischen Kultur und des Zusammenlebens würdigt. Die Erinnerung an Leo Baeck lebt auch in weiteren Institutionen fort, darunter dem Leo-Baeck-Institut in New York sowie mehreren nach ihm benannten Einrichtungen in Berlin.

Ein Stolperstein vor dem Gebäude erinnert direkt an Leo Baeck und seine Lebensgeschichte. Die Verlegung erfolgte im Jahr 2012 und ist Teil des größten dezentralen Holocaust-Gedenkprojekts der Welt. Die Biografie von Leo Baeck spiegelt die Vielfalt, aber auch die Tragödien des jüdischen Lebens in Deutschland wider. Sein Wirken als Gelehrter, Rabbiner und Widerstandskämpfer im Exil sowie während der nationalsozialistischen Verfolgung macht ihn zu einer zentralen Figur der deutschen Geschichte.

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