Mahnmal Gleis 17
Highlights
- Das Mahnmal Gleis 17 am Bahnhof Grunewald erinnert an die Deportation von etwa 10.000 Berliner Juden in den Jahren 1941 bis 1942.
- Entworfen wurde das Mahnmal von den Architekten Nicolaus Hirsch, Wolfgang Lorch und Andrea Wandel und 1998 eingeweiht.
- Auf 186 Stahlgussplatten sind die Daten, Bestimmungsorte und Anzahl der deportierten Personen dokumentiert.
Tipps
- Das Mahnmal Gleis 17 ist barrierefrei erreichbar, beispielsweise über eine Rampe direkt vom S-Bahnhof Grunewald.
- Weiße Rosen am Mahnmal niederlegen, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken.
- Ein winterlicher Besuch kann die bedrückende Atmosphäre des Ortes verstärken und zur Reflexion einladen.
Eigenschaften
Über Mahnmal Gleis 17
Das Mahnmal Gleis 17 am Bahnhof Grunewald in Berlin erinnert an die systematische Deportation jüdischer Menschen während des Nationalsozialismus. Von diesem Gleis aus wurden im Zeitraum vom Herbst 1941 bis zum Frühjahr 1942 etwa 10.000 Berliner Jüdinnen und Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau, Theresienstadt, Riga und Warschau deportiert. Die meisten von ihnen fanden den Tod in den Lagern. Das Mahnmal wurde am 27. Januar 1998 eingeweiht und ist öffentlich zugänglich.
Das Denkmal entstand im Rahmen eines begrenzten Wettbewerbs, den die Deutsche Bahn AG initiierte. Die Gestaltung stammt von den Architekten Nicolaus Hirsch, Wolfgang Lorch und Andrea Wandel. Es besteht aus 186 Stahlgussplatten, die in den Bahnschotter eingelassen sind und die Daten, Bestimmungsorte sowie die Zahl der deportierten Personen dokumentieren. Die Vegetation, die sich heute zwischen den Schienen ausgebreitet hat, symbolisiert, dass von diesem Gleis niemals wieder ein Zug abfahren wird.
Bereits vor der Einweihung des heutigen Mahnmals gab es am Bahnhof Grunewald Gedenktafeln. Seit 1991 erinnert eine Betonmauer mit Negativabdrücken menschlicher Körper an die Leiden der Opfer. Diese frühen Mahn- und Gedenkformen legten den Grundstein für die spätere, umfassendere Erinnerungskultur am Ort. Das Mahnmal Gleis 17 steht heute als zentrales Zeugnis der Verbrechen des Nationalsozialismus und mahnt zugleich zum Frieden und zur Wachsamkeit gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.
Der Ort ist über die S-Bahn zum Bahnhof Grunewald gut erreichbar. Von dort führt eine Treppe oder Rampe direkt zum Mahnmal. Besucher berichten von einer Atmosphäre tiefer Stille, die trotz der Nähe zum Bahnhofstrubel eine besondere Ruhe verbreitet. Viele beschreiben den Besuch als nachdenklich stimmend und betonen die Wichtigkeit, an diesem Ort innezuhalten und den Opfern des NS-Regimes zu gedenken.