Marga-Meusel-Platz
Eigenschaften
Über Marga-Meusel-Platz
Der Marga-Meusel-Platz in Berlin ist ein bedeutsamer Ort, der an die Lebensleistung von Margarete „Marga“ Meusel erinnert, einer engagierten Sozialfürsorgerin und aktiven Mitglied der Bekennenden Kirche. Gelegen im Berliner Bezirk Zehlendorf, zählt der Platz heute zu den stadtgeschichtlich und sozialpolitisch bedeutenden Orten der Hauptstadt. Benannt wurde er zu ihren Ehren, um ihr Wirken im Dienst für benachteiligte und verfolgte Menschen – insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus – zu würdigen.
Marga Meusel leitete ab den frühen 1930er Jahren das Evangelische Bezirkswohlfahrtsamt in Zehlendorf, zunächst als eine der ersten Frauen in einer solchen Position. In dieser Rolle bot sie nicht nur soziale Beratung und Hilfe für verschiedene bedürftige Personengruppen an, sondern stellte sich auch mutig den Herausforderungen der NS-Zeit. In ihren Sprechstunden unterstützte sie unter anderem verfolgte Christen jüdischer Herkunft und half ihnen, Hilfsstrukturen innerhalb der Kirche zu finden. Gemeinsam mit ihrer Freundin Charlotte Friedenthal setzte sie sich dafür ein, eine zentrale Anlaufstelle für von rassistischen Gesetzen Betroffene zu etablieren.
Ihre sozialfürsorgerische Arbeit erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte und umfasste unter anderem die Leitung von Kinderheimen, Tätigkeiten in der Säuglingsfürsorge sowie Engagement in der Erziehung und Jugendpflege. Besonders engagierte sie sich für die Schaffung von Landkindergärten, um Kindern aus sozial schwachen Familien eine bessere Entwicklungschance zu geben. In Berlin wurde sie zudem an der Deutschen Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit weiterqualifiziert und erhielt die staatliche Anerkennung als Jugendpflegerin.
Der Marga-Meusel-Platz steht heute symbolisch für ihr unermüdliches Engagement in der Sozialarbeit und ihren mutigen Widerstand gegen die Ungerechtigkeiten der nationalsozialistischen Diktatur. Als Park bietet der Platz nicht nur Raum für Erholung und Natur, sondern lädt auch zur Auseinandersetzung mit der Geschichte der Sozialfürsorge und des kirchlichen Widerstands in Berlin ein. Seine zentrale Lage im Bezirk Zehlendorf macht ihn zu einem Ort der Erinnerung und des Ausflugs in die Stadtgeschichte.