Denkmal/Gedenkstätte

MetaHaus

Leibnizstraße 65, 10707 Berlin

Highlights

  • Denkmalgeschütztes Stahlskelettbauwerk aus 1928/29 mit roter Klinkerfassade, ursprünglich als Bewag-Abspannwerk für Charlottenburg genutzt.
  • Seit 2001 Sitz der Designagentur MetaDesign, gegründet 1979 von vier Berliner Designern als innovatives Gestaltungsbüro.
  • Architektonisch 1999–2001 zu einem Designzentrum umgebaut, bewahrt dabei historische Bausubstanz als Berliner Baudenkmal.

Tipps

  • Der historische Stahlskelettbau aus den 1920er-Jahren zeigt originale Architekturdetails wie die rote Klinkerfassade und die funktionale Stahlkonstruktion.
  • Im Inneren finden sich zeitgenössische Designinstallationen und Ausstellungen, die die Verbindung zwischen historischer Bausubstanz und moderner Gestaltungsphilosophie aufzeigen.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders für Interessierte an industriellem Erbe, da das Gebäude als ehemaliges Umspannwerk für die Stromversorgung dokumentiert wird.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Berlin: Kulturdenkmal MetaHaus entdecken

Das MetaHaus in Berlin-Charlottenburg ist ein markantes Beispiel für denkmalgeschützte Architektur, das sich an der Schnittstelle von industrieller Tradition und zeitgenössischem Design bewegt. Ursprünglich als dezentrales Um- und Abspannwerk für die Stromversorgung des Bezirks errichtet, entstand das Gebäude 1928/29 nach Plänen des Architekten Hans Heinrich Müller. In der Stahlskelettbauweise mit einer charakteristischen roten Klinkerfassade verkörpert es den funktionalen Stil der frühen Moderne – ein Zeugnis der technischen Innovationen der Weimarer Republik.

Der historische Charakter des Gebäudes wurde in den Jahren 1999 bis 2001 durch die Architekten Petra und Paul Kahlfeldt bewahrt und gleichzeitig für neue Nutzungen adaptiert. Die denkmalgerechte Umgestaltung verwandelte das ehemalige Kraftwerk in ein lebendiges Designzentrum, das bis heute als Stammsitz der renommierten Designagentur MetaDesign dient. Die Agentur, 1979 von Gerhard Dörrié, Florian Fischer, Dieter Heil und Erik Spiekermann gegründet, prägt seit Jahrzehnten die internationale Designszene – von Typografie über Produktgestaltung bis hin zu Markenidentitäten.

Das MetaHaus verbindet somit zwei epochale Aspekte: die industrielle Vergangenheit Berlins mit der dynamischen Gegenwart der Kreativwirtschaft. Die Nähe zum historischen Charlottenburger Schloss und dem Kurfürstendamm unterstreicht seine verkehrsgünstige Lage im Herzen des Stadtteils, wo sich Kultur, Architektur und urbanes Leben auf engstem Raum verbinden. Als Baudenkmal steht es unter Schutz und gilt als seltenes Beispiel für eine gelungene Symbiose von Erhalt und Innovation – ein Ort, der Geschichte atmet und gleichzeitig als Schaufenster moderner Gestaltungsleistung fungiert.

Besucher:innen können das MetaHaus nicht nur als Passanten:innen wahrnehmen, sondern auch an wechselnden Ausstellungen, Designpräsentationen und Veranstaltungen teilhaben, die das Gebäude zu einem lebendigen Knotenpunkt der kreativen Szene machen. Die klare, funktionale Ästhetik der Fassade und die offene Raumkonzeption im Inneren spiegeln dabei den Geist zweier Epochen wider: den pragmatischen Fortschrittsglauben der 1920er Jahre und den experimentellen Geist der Gegenwart.

Als kulturelles Denkmal verkörpert das MetaHaus somit mehr als nur ein Gebäude – es ist ein Symbol für Berlins Fähigkeit, historische Substanz mit zeitgemäßen Ideen zu verbinden. Ob als Inspirationsort für Gestalter:innen oder als architektonisches Wahrzeichen für Neugierige, das MetaHaus bleibt ein faszinierender Ort, der die Stadtgeschichte in ihrer ganzen Vielfalt sichtbar macht.

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