Mühlenradbrunnen
Highlights
- Der Mühlenradbrunnen in Lichtenberg (Neu-Hohenschönhausen) ist ein 1983 von Künstler Achim Kühn entworfenes Kunstwerk mit 4 m Ø Wasserrad und 7 m hohen Stahl-Wasserspeiern.
- Das Ensemble aus Natursteinbecken (10 m Ø) und Bachquelle (30 m entfernt) wurde 1990 instandgesetzt und 2014/15 im Rahmen einer Geländenumgestaltung erneuert – mit rollstuhlgerechtem Zugang.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Zugang zum Mühlenradbrunnen und dessen Umgebung.
- Das Wasserrad mit einer Durchmesser von vier Metern zeigt die historische Technik und dient als zentrales Gestaltungselement der Brunnenanlage.
- Die drei Wasserschalen mit eingebauten Spritzsieben bieten eine optisch ansprechende Wasserspiel-Effekt und unterstreichen die Verbindung zur Landschaftsquelle.
Eigenschaften
Mühlenradbrunnen Lichtenberg – Kulturdenkmal erkunden
Der Mühlenradbrunnen im Berliner Bezirk Lichtenberg ist ein markantes Kunstwerk und historisches Ensemble im Mühlengrund von Neu-Hohenschönhausen, das seit seiner Entstehung 1983 die Landschaft prägt. Entworfen vom Berliner Künstler Achim Kühn als Teil der „Großen Brunnenlandschaft“ für das neu errichtete Wohngebiet, verbindet der Brunnen handwerkliche Präzision mit regionaler Naturverbundenheit. Sein zentrales Element ist ein imposantes, geschmiedetes Wasserrad mit vier Metern Durchmesser, das über eine Stahlkonstruktion Wasser aus einer unterirdischen Quelle speist. Ergänzt wird das Ensemble durch ein Natursteinbecken mit zehn Metern Durchmesser, in dem das Wasser in drei Schalen gesammelt und durch Spritzsieben in eine sanfte Fontäne verwandelt wird. Ursprünglich war der Brunnen Teil eines größeren Gesamtkonzepts, das auch einen Findlingsbrunnen und ein Geländer der Terrasse umfasste – heute zeugt allein das Wasserrad von der ursprünglichen Vision.
Die technische und ästhetische Gestaltung des Mühlenradbrunnens spiegelt die Verbindung von Industriekultur und regionaler Hydrographie wider. Die Wasserversorgung stammt aus einer Bachquelle, die etwa 30 Meter entfernt liegt und seit Jahrhunderten die Feuchtgebiete des Barnim-Gebiets speist. Die eiszeitliche Hochfläche, auf der Berlin entstand, prägte auch die Siedlungsgeschichte der Region – bereits im Mittelalter wurden hier Dörfer gegründet, die später Teil der wachsenden Stadt wurden. Der Brunnen selbst wurde mehrfach instand gesetzt, etwa nach 1990, als der Findlingsbrunnen entfernt und die Technik modernisiert wurde. Diese Pflegearbeiten sicherten nicht nur die Funktionalität, sondern bewahrten auch das künstlerische Erbe für spätere Generationen.
Als historischer Ort mit kultureller Bedeutung liegt der Mühlenradbrunnen im Schnittpunkt von Stadtentwicklung und regionaler Identität. Die Umgestaltung des Mühlengrunds in den Jahren 2014/15 unterstrich seine Rolle als zentraler Punkt im öffentlichen Raum – barrierefrei zugänglich und damit für alle Besucher:innen erlebbar. Das Ensemble lädt zum Verweilen ein und bietet einen Kontrast zur urbanen Umgebung, indem es die natürlichen Wasserkreisläufe des Barnim mit moderner Kunst verbindet. Besonders die Kombination aus mechanischem Wasserrad und organischen Natursteinelementen schafft eine einzigartige Atmosphäre, die an die handwerkliche Tradition der Berliner Brunnenbaukunst erinnert.
Der Mühlenradbrunnen ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für die historische Nutzung des Geländes. Bereits im 19. Jahrhundert wurden hier Mühlen betrieben, die die Wasserkraft der nahen Gewässer nutzten – ein Erbe, das bis heute in der Gestaltung des Brunnens nachhallt. Durch seine offene Platzierung im Mühlengrund wird er zum Ort der Begegnung, an dem Geschichte, Technik und Natur aufeinandertreffen. Ob als Inspiration für Spaziergänger oder als fotografisches Motiv, der Brunnen bleibt ein unverwechselbares Wahrzeichen des Bezirks Lichtenberg – ein Zeugnis dafür, wie Kunst und Landschaft Hand in Hand entstehen können.