Peter-Behrens-Bau
Highlights
- 1917 errichtete Peter Behrens für AEG den denkmalgeschützten Industriebau in Berlin-Oberschöneweide mit U-förmigem Grundriss.
- Nach Nutzung durch Samsung bis 2005 und HTW-Studiengänge ab 2021 beherbergt der Bau seit 2024 Büros für ASML, Halbleiterzulieferer.
- Das Areal wird bis 2029 für über 1 Mrd. Euro saniert – Wohnungen bleiben planungsrechtlich ausgeschlossen.
Tipps
- Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität die Erkundung der historischen Fassade und des Innenhofs ohne zusätzliche Hürden.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Peter-Behrens-Bau Berlin
Der Peter-Behrens-Bau in Berlin-Oberschöneweide ist ein herausragendes Beispiel für die frühe Industriearchitektur des 20. Jahrhunderts und steht seit seiner Entstehung als denkmalgeschütztes Bauwerk unter besonderem Schutz. Entworfen vom renommierten Architekten Peter Behrens, der auch als Mitbegründer des Bauhauses gilt, entstand der Komplex zwischen 1915 und 1917 als Werk der AEG für die Produktion von Automobilen. Behrens prägte mit diesem Bauwerk einen funktionalen, aber gleichzeitig ästhetisch anspruchsvollen Stil, der die Verbindung von Industrie und Kunst unterstrich.
Der Bau bildet einen unregelmäßigen, U-förmigen Grundriss mit mehreren Flügelbauten, die einen geschlossenen Werkhof umschließen. Die Architektur vereint klare Linienführung mit monumentalen Elementen, etwa durch den markanten Turm am Haupttor, der heute als Gedenktafel die historische Bedeutung des Gebäudes dokumentiert. Ursprünglich diente der Komplex der Herstellung von Kraftfahrzeugen, doch nach 1931 spezialisierte sich die Produktion auf Personenwagen. Später, in den 1990er-Jahren, wurde das Gelände von Samsung übernommen, das hier bis 2005 Bildröhren für Fernsehgeräte produzierte.
Seit 2009 befindet sich der Peter-Behrens-Bau im Besitz der Comer-Brüder, die das Areal schrittweise sanieren und für gewerbliche Zwecke nutzen. Das städtebauliche Entwicklungskonzept sieht neben der Restaurierung des historischen Bestands auch die Integration moderner Nutzungen vor. Seit 2024 ist das Unternehmen ASML Berlin, ein führender Hersteller von Lithografiemaschinen für die Halbleiterindustrie, im Gebäude ansässig. Die Pläne umfassen zudem die Aufwertung des umliegenden Industrieareals, während Wohnnutzungen ausgeschlossen bleiben.
Als Teil des historischen Industrieviertels Oberschöneweide spiegelt der Peter-Behrens-Bau die technische und wirtschaftliche Dynamik der Region wider. Das Gebäude steht nicht isoliert, sondern ist eingebettet in ein Netzwerk weiterer denkmalgeschützter Fabrikbauten, die das Erbe der AEG und der frühen Automobilproduktion bewahren. Die Sanierung zielt darauf ab, die historische Substanz zu erhalten und gleichzeitig neue Nutzungen für Forschung, Produktion und Dienstleistungen zu schaffen – ein Beispiel für gelungene Versöhnung von Industriekultur und Moderne.
Für Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte bietet der Peter-Behrens-Bau einen einzigartigen Einblick in die Architekturgeschichte Berlins. Die Kombination aus funktionalem Design, technischer Innovation und künstlerischem Anspruch macht ihn zu einem bedeutenden Zeugnis des frühen 20. Jahrhunderts. Das Gebäude lädt ein, die Verbindung von Handwerk, Technik und Ästhetik nachzuvollziehen – ein Stück Berliner Industriegeschichte, das bis heute lebendig bleibt.