Denkmal/Gedenkstätte

Polnische Zwangsarbeitende bei AEG (am Tor)

Gustav-Meyer-Allee 25, 13357 Berlin

Highlights

  • Polnische Zwangsarbeiter:innen arbeiteten in der AEG-Fabrik am Tor – Teil des NS-System der Ausbeutung.
  • Am Standort AEG am Tor wurden polnische Häftlinge als billige Arbeitskräfte für Rüstungsproduktion eingesetzt.

Tipps

  • Die Gedenktafeln am historischen Standort informieren sachlich über die Zwangsarbeit in der AEG und zeigen die Verbindung zur lokalen Industriegeschichte.
  • Ein Besuch ermöglicht die Auseinandersetzung mit den historischen Umständen durch die Kombination aus ortsbezogenen Informationen und künstlerisch gestalteten Tafeln.
  • Die Auswahl der Tafeln erfolgt nach Empfehlung des Historischen Beirats und berücksichtigt dabei Denkmalschutzvorgaben für den Erhalt des historischen Kontextes.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Zwangsarbeit AEG Berlin: Denkmal am Tor

Am historischen Standort der ehemaligen AEG-Fabrik in Berlin erinnert eine Gedenktafel an die polnischen Zwangsarbeitenden, die während des Zweiten Weltkriegs in der Rüstungsproduktion eingesetzt wurden. Die Tafel markiert einen Ort, der eng mit der Ausbeutung tausender Menschen aus den besetzten polnischen Gebieten zusammenhängt. Die AEG, ein zentraler Standort der Berliner Industrie, nutzte die erzwungene Arbeitskraft für die Produktion militärischer Güter – ein systematisches Element der NS-Politik der Zwangsarbeit.

Die polnischen Zwangsarbeitenden wurden oft unter katastrophalen Bedingungen in Lagern oder direkt in den Fabriken untergebracht. Ihre Lebens- und Arbeitsverhältnisse waren geprägt von Hunger, Krankheiten und systematischer Entrechtung. Die Gedenktafel würdigt ihr Leid und ihre Opfer, die bis heute wenig bekannt sind. Sie steht als Mahnmal für die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Rolle Berlins als Zentrum der Zwangsarbeit.

Der Standort am Tor der AEG-Fabrik war ein zentraler Arbeitsplatz, an dem polnische Frauen und Männer unter Aufsicht deutscher Aufseher:innen arbeiten mussten. Die Tafel verweist auf die historische Verantwortung der Stadt und der Industrie für diese Verbrechen. Sie erinnert daran, dass die NS-Diktatur die Zwangsarbeit als Teil ihrer Kriegswirtschaft organisierte – mit Millionen Betroffenen aus ganz Europa.

Die Initiative zur Gedenktafel geht auf den Historischen Beirat des Berliner Senats zurück, der jährlich Orte auswählt, die an historische Verbrechen erinnern sollen. Die Porzellantafeln der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) werden dabei als würdevoller Ausdruck der Erinnerungskultur genutzt. Der Standort verbindet Industriegeschichte mit der Erinnerung an die Opfer der Zwangsarbeit – ein notwendiger Teil der Aufarbeitung.

Besucher:innen können hier die Geschichte der polnischen Zwangsarbeitenden nachvollziehen und sich mit den Folgen des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Die Gedenktafel dient als Mahnung, die Erinnerung an diese Verbrechen lebendig zu halten und die Verantwortung für die Vergangenheit zu tragen. Sie steht als Teil eines größeren Netzwerks von Erinnerungsorten in Berlin, die die NS-Geschichte kritisch reflektieren.

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