Richard Kobrak
Highlights
- Richard Kobrak war ein deutscher Sozialpolitiker und Jurist, geboren 1890 in Breslau.
- Er arbeitete in Berlin im Wohlfahrts- und Jugendamt und wurde später wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt.
- 1943 deportiert, starb er 1944 im KZ Auschwitz.
Tipps
- Besucher finden den Stolperstein für Richard Kobrak in der Waldmannstr. 1, Berlin-Lankwitz.
- Die Gedenkstätte liegt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, ehemals Lankwitz.
- Öffentliche Verkehrsmittel bieten gute Anbindung zum Gedenkort.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Denkmal Berlin Richard Kobrak
Dr. Richard Kobrak war ein bedeutender deutscher Sozialpolitiker und Jurist, der in Berlin einen wichtigen Beitrag zur sozialen Fürsorge leistete, bevor er während des Nationalsozialismus aufgrund seiner jüdischen Herkunft verfolgt und schließlich im KZ Auschwitz ermordet wurde. Geboren im Jahr 1890 in Breslau, verfolgte er eine akademische Laufbahn, studierte Rechts- und Staatswissenschaften in mehreren Städten und promovierte 1912. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat, ehe er danach seine berufliche Laufbahn in der Stadtverwaltung von Breslau begann. 1928 wechselte er nach Berlin, wo er im Magistrat als Generaldezernent im Wohlfahrts- und Jugendamt tätig war und federführend an der Gestaltung der städtischen Sozialpolitik mitwirkte.
Als gläubiger Christ jüdischer Herkunft geriet Kobrak nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zunehmend unter Druck. Zunächst entlassen, wurde er später aufgrund seines Frontkämpferstatus zwar vorübergehend wieder eingestellt, jedoch 1936 durch die Nürnberger Gesetze zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Gemeinsam mit seiner Frau Charlotte, einer Lehrerin aus einer Familie von Medizinern, engagierte er sich ehrenamtlich im sozialen Bereich, insbesondere im Paulusbund und später im Büro Pfarrer Grüber, um verfolgten Christen jüdischer Abstammung bei der Flucht aus Deutschland zu helfen. Das Ehepaar Kobrak sorgte zudem dafür, dass ihre drei Kinder über Kindertransporte in Sicherheit gebracht wurden – zwei Töchter gelangten nach England, der Sohn wurde nach Australien evakuiert.
Trotz eigener Emigrationsbemühungen in die USA, die letztendlich an verschlossenen Grenzen scheiterten, setzte Richard Kobrak seinen Widerstand fort. Nach Zwangsarbeit bei Siemens-Schuckertwerken wurden er und seine Frau 1943 ausgewiesen und in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort erfolgte 1944 ihre Überstellung in das Vernichtungslager Auschwitz, wo beide ermordet wurden. Kobraks Leben zeugt von einer tiefen Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl, von zivilgesellschaftlichem Engagement und von moralischer Integrität selbst unter unmenschlichen Bedingungen. Seine beruflichen Schriften zur öffentlichen Fürsorge sowie sein persönliches Schicksal sind bis heute Zeugnis seiner Haltung und seines Wirkens in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche.
In Berlin-Steglitz-Zehlendorf, genauer in der Waldmannstraße, erinnert ein Stolperstein an Richard Kobrak. Er wurde 2007 an dieser Stelle verlegt, um an seinen Widerstand, sein Wirken und sein Schicksal zu erinnern. Der Stolperstein steht in der Nachbarschaft zu weiteren Gedenksteinen für Opfer des Nationalsozialismus und ist Teil eines lebendigen Erinnerungsortes, der die Geschichte der Verfolgung und Deportation im damaligen Berlin dokumentiert. Kobraks Lebensweg und sein tragisches Ende verdeutlichen die Willkür und Grausamkeit des NS-Regimes, aber auch den unbeugsamen Geist jener Menschen, die bis zuletzt für ihre Überzeugungen einstanden.
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Häufige Fragen zu Richard Kobrak
Wer war Richard Kobrak und wo lebte er in Berlin?
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Warum wurde Richard Kobrak 1936 pensioniert?
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Welche Rolle spielte Richard Kobrak in der Bekennenden Kirche?
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Wie endete das Leben von Richard Kobrak?
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