Sammlung Feldpost
Highlights
- Die Sammlung Feldpost im Berliner Museum dokumentiert über 700 Briefe aus dem 19. Jahrhundert, die Alltag und Kriegserlebnisse von Soldaten zeigen.
- Ab 1939 umfasst die Sammlung Kriegsgefangenenpost und Feldpostbriefe von 1914–1918, die als authentische Zeitzeugnisse erhalten sind.
- Online verfügbar sind 600 deutsch-deutsche Briefe (1949–1990) sowie 100 ungesendete Zuschriften zur RIAS-Sendung ‚Das klingende Sonntagsrätsel‘
Tipps
- Die Online-Datenbanken ermöglichen einen Einblick in über 700 Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg, die Alltag und Kriegsrealität authentisch widerspiegeln.
- Für Besucher besteht die Möglichkeit, in den Online-Archiven deutsch-deutsche Briefwechsel von 1949 bis 1990 zu recherchieren und historische Perspektiven zu entdecken.
Eigenschaften
Feldpost-Sammlung Berlin: Kultur-Ausflug im Museum
Die Sammlung Feldpost in Berlin gehört zu den faszinierendsten Ausstellungen der Museumsstiftung Post und Telekommunikation und bietet einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Kommunikation während kriegerischer Konflikte. Im Mittelpunkt stehen authentische Feldpostbriefe, die nicht nur als philatelistische Raritäten, sondern vor allem als lebendige Zeugnisse menschlicher Erfahrungen während des Ersten und Zweiten Weltkriegs dienen. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der Inhalte: Neben offiziellen Mitteilungen finden sich persönliche Schreiben von Soldaten an ihre Angehörigen, die Alltag, Sorgen und Hoffnungen widerspiegeln – oft ungeschönt und ehrlich.
Die Sammlung reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als die Feldpost zunächst vor allem dienstliche Nachrichten transportierte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich jedoch zu einem zentralen Kommunikationsmittel für Frontsoldaten, die sich mit ihren Lieben oder Kameraden austauschten. Besonders die Briefe aus dem Ersten Weltkrieg dokumentieren nicht nur die Kriegsrealität, sondern auch die emotionale Verbindung zwischen den Fronten und dem Heimatland. Über 700 aussagekräftige Dokumente dieser Epoche sind in der Online-Datenbank der Museumsstiftung zugänglich, die Einblicke in das Leben der Soldaten und ihre Familien ermöglichen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den deutsch-deutschen Briefwechseln zwischen 1949 und 1990, die die Teilung Deutschlands und die damit verbundenen Herausforderungen sichtbar machen. Die Sammlung umfasst rund 600 Briefe, die von der emotionalen Spannung zwischen West und Ost zeugen. Dazu gehören auch die Zuschriften zum „Klingenden Sonntagsrätsel“, einer beliebten RIAS-Sendung, die trotz der politischen Teilung viele Hörer:innen in der DDR erreichte. Selbst ungesendete Briefe an den Sender sind erhalten und bieten einen einzigartigen Blick auf das Leben im geteilten Deutschland.
Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation hat ihre Sammeltätigkeit in den letzten Jahrzehnten bewusst erweitert: Während früher vor allem leere Briefhüllen im Fokus standen, liegt heute der Schwerpunkt auf vollständigen Briefen inklusive ihrer Inhalte. Dies ermöglicht es, die Geschichte der Kommunikation als Teil der Alltags- und Zeitgeschichte zu verstehen. Wer selbst historische Feldpostbriefe oder andere Kommunikationsdokumente besitzt, kann diese der Sammlung überlassen und so zur Bewahrung dieses kulturellen Erbes beitragen.
Die Sammlung Feldpost ist damit nicht nur ein Museum, sondern ein lebendiges Archiv, das die Bandbreite menschlicher Erfahrungen in Krisenzeiten dokumentiert. Ob als historische Quelle, als persönliche Erinnerung oder als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen – die Briefe laden zum Nachdenken und Entdecken ein. Besonders wertvoll ist die Verbindung von philatelistischem Erbe und sozialhistorischer Relevanz, die diese Sammlung einzigartig macht.