Schwerbelastungskörper
Highlights
- Er steht im Berliner Ortsteil Tempelhof und wurde im Zuge der Planungen für die „Welthauptstadt Germania“ unter Albert Speer errichtet.
- Das Bauwerk wiegt 12.650 Tonnen, hat einen Durchmesser von 21 Metern und ist heute ein denkmalgeschütztes Zeugnis der NS-Stadtplanung.
Tipps
- Der Schwerbelastungskörper ist kostenlos besichtigbar, das Gelände ist umzäunt, der innere Bereich begehbar.
- Informationen zur Geschichte und zu den ehemaligen Planungen gibt es an Informationstafeln vor Ort.
- Rollstuhlfahrer können den Eingangsbereich nutzen, Toiletten sind für Besucher vorhanden.
Eigenschaften
Über Schwerbelastungskörper
Der Schwerbelastungskörper in Berlin ist ein monumentales Bauwerk aus der Zeit des Nationalsozialismus und steht heute als historisches Denkmal unter Denkmalschutz. Errichtet wurde der massive Betonzylinder zwischen 1941 und 1942 im Rahmen der städtebaulichen Visionen für die sogenannte „Welthauptstadt Germania“ unter der Leitung des Generalbauinspektors Albert Speer. Ursprünglich diente er als Probebelastung, um das Setzungsverhalten des Berliner Untergrunds unter dem Gewicht eines geplanten, gewaltigen Triumphbogens zu testen, der Teil der Nord-Süd-Achse Berlins hätte werden sollen. Der Körper lastet mit rund 12.650 Tonnen auf einer Fläche von 100 Quadratmetern und drückt somit mit etwa 12,65 Tonnen pro Quadratzentimeter auf den Untergrund.
Die Bauarbeiten erfolgten unter anderem mit Zwangsarbeit durch französische Kriegsgefangene. Der Zylinder ragt über die Erdoberfläche hinaus und hat einen Durchmesser von 21 Metern sowie eine Gesamthöhe von 14 Metern. Im Inneren wurden Messgeräte untergebracht, um die Setzungen des Bodens zu dokumentieren. Die Messungen begannen bereits während des Baus und wurden bis zum Sommer 1944 fortgesetzt. Die Ergebnisse zeigten, dass der geplante Triumphbogen ohne vorherige Bodenverfestigung nicht hätte errichtet werden können. Der Körper sank innerhalb von zweieinhalb Jahren um rund 19,3 Zentimeter ein und neigte sich leicht. Während des Krieges diente das Innere zudem als provisorischer Luftschutzraum, was sich heute noch an den original erhaltenen Stahlklappen und Türen ablesen lässt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schwerbelastungskörper nicht abgerissen, unter anderem aufgrund seiner Nähe zu Wohngebieten. Seit 2009 ist er als „Informationsort Schwerbelastungskörper“ öffentlich zugänglich und Teil des Geschichtsquartiers Papestraße. Das Gelände ist umzäunt, der Zugang ist jedoch kostenfrei. Im Inneren des Körpers finden sich heute noch Reste der ehemaligen Messkammern, der Zugang erfolgt derzeit über einen Fußgängertunnel. Auf dem Gelände informieren Stelen über die Geschichte des Ortes, ein Aussichtsturm veranschaulicht die Dimensionen der ehemaligen Planungen. Ein Pavillon dient der Besucherbetreuung, und es finden regelmäßig öffentliche Führungen statt. Der Schwerbelastungskörper gilt als unmittelbares Zeugnis der nationalsozialistischen Stadtplanung und hat überregionale Bedeutung.