Ausflug Kultur

Skulptur für Götz Friedrich

Bismarckstraße, 10627 Berlin

Eigenschaften

Ganzjährig

Kultur-Ausflug: Skulptur für Götz Friedrich in Berlin entdecken

Die Skulptur für Götz Friedrich in Berlin erinnert nicht direkt an den Namensgeber, sondern stellt eines der herausragendesten barocken Kunstwerke Europas dar: das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten. Dieses Denkmal wurde ursprünglich ab 1696 von dem Bildhauer Andreas Schlüter entworfen und bis 1700 von Johann Jacobi ausgeführt. Es gilt als Meisterwerk des europäischen Barocks und symbolisiert die Macht und den Einfluss Friedrich Wilhelms von Brandenburg, genannt der Große Kurfürst. Die monumentale Bronzeplastik erhebt sich insgesamt 5,60 Meter hoch und zeigt den Kurfürsten zu Pferde, gekleidet in römisch-barocke Gewandung, mit Zepter und Feldherrnstab – Attributen seiner Herrscherstellung und seines militärischen Rangs.

Die Hauptfigur, 2,90 Meter hoch, wird flankiert von Nebenfiguren und Allegorien, die Sieg und Macht über die damaligen Feinde wie Schweden, Frankreich, Polen und die Türkei verkörpern. Diese Figuren wurden von Schülern und Mitarbeitern Schlüters bis 1709 geschaffen. Der Marmorsockel des Standbilds ziert eine komplexe Ikonographie: Reliefs an den Seiten zeigen lateinische Inschriften sowie Allegorien der Gebiete Brandenburg und Preußen. Die kunstvolle Gestaltung spiegelt sowohl die politische wie auch die künstlerische Bedeutung des Werkes wider. Als Vorbilder dienten bedeutende europäische Reiterstandbilder, darunter dasjenige von Heinrich IV. in Paris sowie das von Mark Aurel auf dem Kapitolsplatz in Rom.

Das Reiterstandbild wurde ursprünglich 1703 auf dem Mittelbogen der Langen Brücke in Berlin errichtet, einem zentralen Ort der damaligen Residenzstadt. Es bezog sich dadurch inhaltlich und räumlich auf das Berliner Schloss sowie die umliegenden repräsentativen Straßen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal zur Sicherheit ausgelagert, um es vor Zerstörung zu bewahren. 1951 fand es schließlich seinen neuen Platz im Ehrenhof des Schlosses Charlottenburg, wo es bis heute als eines der bedeutendsten Zeugnisse barocker Skulptur in Deutschland präsentiert wird.

Die Skulptur für Götz Friedrich steht somit nicht nur für die künstlerische Blüte des frühen 18. Jahrhunderts, sondern auch für die politische Selbstdarstellung der brandenburgisch-preußischen Kurfürsten. Sie verkörpert den Übergang vom Kurfürstentum zur Königsherrschaft und dokumentiert die Ambitionen einer aufstrebenden Macht in Mitteleuropa. Als Teil des kulturellen Erbes Berlins lädt sie dazu ein, die Geschichte der Stadt und ihre Verbindung zur europäischen Barockkunst zu entdecken.

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