Spielende Bären
Highlights
- Der Bärenzwinger im Köllnischen Park ist seit 2017 als Kulturstandort für die Öffentlichkeit zugänglich.
- Aktuelle Ausstellung »Furore« von Nina Paszkowski: Mythologie trifft auf zeitgenössische Kunst.
- Jeden ersten Sonntag im Monat: Sunday Art Makers – interaktive Kunstworkshops für Kinder und Erwachsene.
Tipps
- Besucher*innen sollten sich über die aktuelle Ausstellung »Furore« mit Werken von Nina Paszkowski informieren, die mythologische und stadthistorische Themen verbindet.
- Für Familien: Jeden ersten Sonntag im Monat findet das kostenlose Mitmachformat »Sunday Art Makers« statt – ideal für kreative Kinder und Jugendliche.
- Der Bärenzwinger ist barrierefrei zugänglich, eine Voranmeldung für Workshops ist nicht erforderlich.
Eigenschaften
Über Spielende Bären
Der „Spielende Bären“ ist ein ehemaliges Bärengehege im Köllnischen Park in Berlin-Pankow und heute ein lebendiger Ort zeitgenössischer Kunst und kultureller Auseinandersetzung. Seit 2017 ist dieser historische Ort erstmals als Kulturstandort für die Öffentlichkeit zugänglich. Das ehemalige Gehege der Berliner Stadtbären wird vom Fachbereich Kunst, Kultur & Geschichte des Bezirksamts Mitte als Plattform für kuratorisches und künstlerisches Experimentieren genutzt. Ziel ist es, die Geschichte des Ortes sowie aktuelle stadtkulturelle Diskurse in den Fokus zu rücken und durch zeitgenössische Kunstformate neu zu reflektieren.
Der Bärenzwinger selbst hat eine bewegte Vergangenheit. Noch vor wenigen Jahrzehnten war er Heimstätte der Berliner Stadtbären, die hier bis in die 1990er Jahre gehalten wurden. Mit dem Tod des letzten Bären im Jahr 2015 endete eine lange Ära, die eng mit der Berliner Stadtkultur verknüpft war. Heute dient der ehemalige Tierzwinger als Ort des kulturellen Austauschs und der künstlerischen Auseinandersetzung mit Themen wie Spektakel, Inszenierung, Gewalt und Heilung. Die Transformation des ehemaligen Geheges von einer Tierhaltungsstätte zu einem Raum für zeitgenössische Kunst spiegelt dabei auch gesellschaftliche Veränderungen wider.
Das künstlerische Programm im Bärenzwinger ist eng mit der spezifischen Geschichte des Ortes verzahnt. Aktuelle Ausstellungen wie „Furore“ von Nina Paszkowski thematisieren die ambivalente Rolle des Spektakels – sowohl im historischen Kontext der Bärenhaltung als auch in der heutigen Repräsentation durch Kunst. Die Ausstellung setzt sich mit mythologischen Figuren wie den Furien auseinander, die als Symbole für Wut und Transformation fungieren. Diese Auseinandersetzung findet nicht nur in der bildlichen Darstellung statt, sondern auch in Form von keramischen Interventionen an den Wänden des Zwingers, die den Ort selbst in den künstlerischen Prozess einbeziehen.
Neben Einzelausstellungen bietet der Bärenzwinger ein breites kulturelles Bildungsangebot, etwa im Rahmen des Programms „Sunday Art Makers“ (SAM). An jedem ersten Sonntag im Monat können Kinder, Jugendliche und Erwachsene spielerisch und interaktiv zeitgenössische Kunst entdecken und mitgestalten. Workshops wie „Spurensuche“ oder „Schattenspiel“ laden dazu ein, den Ort mit allen Sinnen zu erkunden und eigene kreative Spuren zu hinterlassen. Diese Formate unterstreichen den Anspruch des Bärenzwingers, ein inklusiver und zugänglicher Raum für alle Altersgruppen zu sein.
Mit seiner Kombination aus historischem Erbe, zeitgenössischer Kunst und partizipativer Kulturarbeit hat der Bärenzwinger in Berlin-Pankow einen festen Platz in der lokalen Kulturlandschaft eingenommen. Die enge Verzahnung von Ort, Geschichte und Gegenwart macht ihn zu einem besonderen Ausflugsziel für alle, die sich für stadtkulturelle Prozesse und innovative Kunstformate interessieren.