Kirche/Kloster

St. Marienkirche

Karl-Liebknecht-Str. 8, 10178 Berlin

Tipps

  • St. Marienkirche liegt direkt am Alexanderplatz und ist die älteste noch sakral genutzte Pfarrkirche Berlins.
  • Die Kirche begeistert mit märkischer Backsteingotik, barockem Turmaufbau und einer historischen Wagner-Orgel aus dem 18. Jahrhundert.
  • Am 20. März 2025 finden Orgelführungen und Konzerte im Rahmen der Berliner Bachtagen statt, Eintritt frei oder gegen Spende.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über St. Marienkirche

Die St. Marienkirche in Berlin ist das älteste noch aktive Gotteshaus der Stadt und zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten in der historischen Mitte Berlins. Gelegen im Bezirk Mitte, nahe des Alexanderplatzes, thront die evangelische Kirche wie ein städtebauliches Zeugnis vergangener Epochen mitten in der modernen Berliner Innenstadt. Ursprünglich im 13. Jahrhundert erbaut, gehört sie zu den sechs mittelalterlichen Kirchen des ehemaligen Marienviertels und ist heute Predigtstätte der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien.

Architektonisch vereint die St. Marienkirche Elemente unterschiedlicher Epochen: Die Grundmauern aus Feldsteinen tragen eine Hallenkirche aus roten Ziegeln, typisch für die märkische Backsteingotik. Der markante Turmhelm, ursprünglich barock umgestaltet und später neugotisch überformt, prägt das Stadtbild bis heute. Besonders bemerkenswert ist die Turmhalle mit einem der bedeutendsten mittelalterlichen Totentanzfresken nördlich der Alpen – ein beeindruckendes Werk, das Besucher und Gläubige gleichermaßen fasziniert. Auch die monumentale Orgel zählt zu den künstlerischen Höhepunkten des Innenraums.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Kirche weitgehend unversehrt und diente alliierten Piloten als Orientierungspunkt – ein Umstand, der ihre Erhaltung erklären kann. In der DDR-Zeit wurde sie 1969/1970 umfassend restauriert, als das Umfeld des Alexanderplatzes grundlegend umgestaltet wurde. Die Kupfereingänge, kunstvoll gestaltet vom Berliner Metallbildhauer Achim Kühn, zeugen von dieser Zeit und verbinden sakrale mit zeitgenössischer Kunst. Heute steht die Kirche als Solitär in einer großzügigen Freifläche, umgeben von modernen Hochhäusern und geprägt durch den nahegelegenen Fernsehturm.

Die St. Marienkirche ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch kultureller Mittelpunkt: Täglich finden Gottesdienste, Andachten und Konzerte statt. Besonders beliebt sind die Orgelkonzerte, darunter das traditionelle Weihnachtskonzert zu Heiligabend, das in der DDR von der intellektuellen Blues-Szene als friedenspolitische Symbolhandlung wahrgenommen wurde. Veranstaltungen wie die Berliner Bach-Tage unterstreichen die lebendige musikalische Tradition des Hauses. Die Kirche lädt jederzeit zur Besichtigung und zur Stille ein – ein Kontrast zur Hektik des nahen Alexanderplatzes.

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