Waldsiedlung Krumme Lanke
Highlights
- Die Waldsiedlung Krumme Lanke ist eine unter Denkmalschutz stehende SS-Kameradschaftssiedlung aus den Jahren 1938–1940.
- Sie wurde als geschlossene Siedlungsanlage für Angehörige der Berliner SS-Hauptämter errichtet.
- Die Straßenbezeichnungen wurden zumeist in der Nachkriegszeit wegen ihres NS-Bezugs umbenannt.
Eigenschaften
Über Waldsiedlung Krumme Lanke
Die Waldsiedlung Krumme Lanke ist eine unter Denkmalschutz stehende Wohnsiedlung im Berliner Ortsteil Zehlendorf. Sie liegt nahe des Krumme Lanke genannten Sees und zählt heute zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ursprünglich zwischen 1938 und 1940 errichtet, entstand die Siedlung auf Veranlassung der SS-Führung als geschlossene Wohnanlage für Angehörige der Berliner SS-Hauptämter. Die Planung und Realisierung erfolgte durch die GAGFAH, damals als Baugenossenschaft der SS aktiv.
Die architektonische Gestaltung spiegelt den ideologischen Anspruch des Nationalsozialismus wider. Die Gebäude sind in einer typischen dörflichen Struktur angeordnet, was im städtischen Umfeld einen besonderen Kontrast bildet. Die Siedlung umfasst mehrere Straßen, deren ursprüngliche Namen nach 1945 aufgrund ihrer Verknüpfung mit der NS-Ideologie geändert wurden. Beispiele hierfür sind der ehemalige Führerplatz, heute Selmaplatz, oder der frühere Brautpfad, heute Lindenfelser Weg.
1992 wurde die gesamte Siedlung aufgrund ihres historischen Zeugniswerts unter Denkmalschutz gestellt. Der Schutz umfasst nicht nur die Gebäude, sondern auch die zugehörigen Freiflächen, darunter Straßen, Wege sowie öffentliche und private Grünanlagen. Die Erhaltung der Siedlung dient somit auch der Erinnerung an die Verstrickung der Architektur in die nationalsozialistische Vergangenheit.
Die Waldsiedlung grenzt direkt an das Krankenhaus Waldfriede, das bereits 1920 gegründet wurde. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem die ältere Waldsiedlung Onkel Toms Hütte, erbaut zwischen 1926 und 1931. Diese Nachbarschaft unterstreicht die Bedeutung des Gebiets als historisch gewachsener Siedlungsraum im Südwesten Berlins.
Besucher*innen berichten von einer Atmosphäre, die sowohl idyllisch als auch nachdenklich stimmt. Die ruhige Lage im Wald und die erhaltene Bausubstanz vermitteln einen Eindruck der Zeit um 1940, ohne den historischen Kontext zu verschweigen. Einige Quellen verweisen auf eine Gedenkstätte, die sich jedoch nicht innerhalb der Siedlung, sondern am Selmaplatz an der Einfahrt von der Argentinischen Allee kommend befindet. Die Waldsiedlung Krumme Lanke ist somit ein Ort, der sowohl architektonisch als auch geschichtspolitisch zum Nachdenken anregt.