Wir waren Nachbarn
Highlights
- Seit 2005 erinnert die Ausstellung ‚Wir waren Nachbarn‘ im Rathaus Schöneberg an jüdische Verfolgte 1933–1945 – mit biografischen Alben und Hörstationen.
- Die Dauerausstellung (seit 2010) zeigt persönliche Dokumente und Fotos von Opfern, entstanden mit Zeitzeug:innen und Nachkommen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.
- Besucher berichten, die Ausstellung habe Familienforschung zu NS-Zeit in nichtjüdischen Haushalten ausgelöst.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch für alle Gäste, inklusive Personen mit Mobilitätseinschränkungen.
- Die Ausstellung zeigt jährlich aktualisierte biografische Alben und Hörstationen zu wechselnden Schwerpunkten der NS-Verfolgung.
- Die Präsentation verbindet persönliche Dokumente und Erinnerungen mit dem historischen Ort im Rathaus Schöneberg.
Eigenschaften
Theater & Kultur in Berlin-Tempelhof-Schöneberg
Im Herzen von Berlin-Tempelhof-Schöneberg entstand 2005 ein einzigartiger Gedenkort mit dem Namen *„Wir waren Nachbarn“*. Eingebettet in das Rathaus Schöneberg erinnert diese Ausstellung an die jüdischen Mitbürger:innen, die zwischen 1933 und 1945 in der Nachbarschaft verfolgt und ermordet wurden. Das Konzept lebt von einem stetigen Wachstum: Jahr für Jahr werden neue biografische Alben und Hörstationen hinzugefügt, die sich an wechselnden Schwerpunkten orientieren. Seit 2010 ist der Ort eine dauerhafte Installation – ein lebendiges Archiv persönlicher Erinnerungen, das die Geschichte des Bezirks direkt vor Ort greifbar macht.
Die Ausstellung verbindet Alltagsdokumente, Fotos und Zeitzeugenberichte zu einer vielstimmigen Erzählung. Im Mittelpunkt stehen die Schicksale der Menschen, die einst hier lebten, arbeiteten und sich in der Gemeinschaft einbrachten. Besonders eindrücklich ist die Zusammenarbeit mit Nachkommen und Überlebenden, die ihre Geschichten aktiv einbringen. Die Präsentation wirkt damit nicht nur informativ, sondern auch emotional – sie schafft einen Raum für persönliche Reflexion und Erinnerungskultur.
Besucher:innen berichten, dass die Ausstellung oft den Anstoß gibt, eigene Familiengeschichten zu erforschen. Besonders ältere Besucher:innen nichtjüdischer Herkunft beschreiben, wie sie durch die Ausstellung motiviert wurden, sich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinanderzusetzen. Der Ort verbindet so individuelle Biografien mit der kollektiven Erinnerung an eine dunkle Zeit – immer vor dem Hintergrund des Alltags, in dem diese Menschen einst lebten.
Als rollstuhlgerechter Gedenkort ist *„Wir waren Nachbarn“* nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Ort des Dialogs. Die Dauerausstellung zeigt, wie Erinnerung aktiv gestaltet werden kann – durch persönliche Stimmen, die im Rathaus Schöneberg bis heute nachklingen. Sie lädt dazu ein, die Geschichte des Bezirks neu zu entdecken und die Bedeutung von Nachbarschaft in Zeiten der Verfolgung zu verstehen.