Museum

Aktives Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V.

Spiegelgasse 9, 65219 Wiesbaden

Highlights

  • Das Aktive Museum Spiegelgasse dokumentiert seit 1993 deutsch-jüdische Geschichte mit Ausstellungen zu Stolpersteinen, Deportationen und Erinnerungsblättern – seit 2003.
  • Rollstuhlgerecht zugänglich mit barrierefreiem Eingang, Parkplatz und WC; bietet Führungen ab 2 Personen und Vorträge zur Wiesbadener Denkmalschutzgeschichte.
  • Aktuell läuft die Dauerausstellung *„Formen der Erinnerung“* mit Biografien und Deportationsfotos – inspiriert von lokaler und internationaler Forschung.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch des Ausstellungshauses für alle Gäste.
  • Ein barrierefreier Parkplatz in der Nähe des Hauses erleichtert die Anreise für Besucher mit Mobilitätseinschränkungen.
  • Rollstuhlgerechte Toiletten stehen im Gebäude für eine komfortable Nutzung während des Besuchs zur Verfügung.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Museum Wiesbaden Spiegelgasse

Das Aktive Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden ist ein bedeutendes kulturelles Erinnerungszentrum, das sich der Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte widmet. Gegründet mit dem Ziel, die Spuren jüdischer Lebenswelten in der Region sichtbar zu machen, verbindet das Museum wissenschaftliche Forschung mit lebendiger Vermittlung. Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Biografien und Schicksale von Wiesbadener Bürgerinnen und Bürgern, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden – etwa durch die seit 2003 veröffentlichten Erinnerungsblätter, die kurze, aber eindringliche Biografien betroffener Personen präsentieren.

Ein zentraler Fokus des Museums liegt auf der Arbeit mit Stolpersteinen und der Dokumentation von Deportationen. Die Ausstellung „Formen der Erinnerung“ zeigt exemplarisch, wie das AMS durch Fotos, Zeitzeuginnen- und Zeitzeugenberichte sowie grafische Darstellungen das Unfassbare greifbar macht. Dabei werden historische Fakten mit künstlerischen Ansätzen verknüpft – etwa durch die Ausstellung „Gegenwärtige Porträts aus der Vergangenheit“ der Künstlerin Julia Belot, die ihre Spurensuche nach jüdischen Wurzeln in Wiesbaden thematisiert. Diese Ausstellungen sind nicht nur für Fachpublikum, sondern auch für ein breites Publikum zugänglich und regen zur Auseinandersetzung mit lokaler Geschichte an.

Das Museum setzt auf vielfältige Vermittlungsformate, die über klassische Ausstellungen hinausgehen. Führungen durch die historischen Gebäude an der Spiegelgasse – die selbst Teil der deutsch-jüdischen Geschichte sind – sowie PowerPoint-Vorträge vermitteln Einblicke in den Denkmalschutz und die Bedeutung dieser Orte. Besonders hervorzuheben ist das Kombi-Angebot aus Führung und Vortrag, das bereits ab zwei Personen buchbar ist und so auch kleinere Gruppen die Möglichkeit bietet, sich intensiv mit den Themen auseinanderzusetzen. Die Angebote richten sich an ein Publikum aus Wiesbaden und darüber hinaus, da sie globale Bezüge – etwa durch die Recherchen des Museums in Uruguay – aufzeigen.

Das AMS engagiert sich zudem für eine öffentliche Erinnerungskultur im Stadtraum. Eine geplante Kulturstele und eine begrünte Terrasse vor dem Ausstellungshaus sollen die historische Aufarbeitung mit einem gestalterischen Beitrag an die Wiesbadener Innenstadt binden. Durch diese Maßnahmen wird das Museum nicht nur zu einem Ort der Information, sondern auch zu einem Raum der Reflexion und des Dialogs über Erinnerung und Verantwortung. Die Arbeit des AMS zeigt damit, wie lokale Geschichte lebendig gehalten und für zukünftige Generationen bewahrt werden kann.

Mit seiner rollstuhlgerechten Ausstattung – inklusive barrierefreiem Zugang, Parkplatz und WC – steht das Museum allen Besucherinnen und Besuchern offen. Trotz vorübergehender Schließungen des Ausstellungshauses bleiben die Angebote des AMS aktiv, etwa durch digitale Formate oder Sonderveranstaltungen wie den Tag des offenen Denkmals. Das Museum beweist damit, dass Erinnerungskultur nicht nur in Ausstellungen, sondern auch im öffentlichen Diskurs und in der Gemeinschaft verwirklicht wird – und so den Wert des Erinnerns als unersetzlichen Beitrag zur Gesellschaft unterstreicht.

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