Museum

Fabrikmuseum Nordwolle

Wilhelm-Weyhe-Straße 30, 27749 Delmenhorst

Highlights

  • Die Nordwolle in Delmenhorst war von 1884 bis 1981 eine der größten Wollverarbeitungsfabriken Europas.
  • 1929 und 1930 entstanden hier im Sirius-Filmverfahren einige der ersten Farbwerbeclips der Welt.

Tipps

  • Das Fabrikmuseum Nordwolle in Delmenhorst zeigt die Geschichte der ehemaligen größten Wollverarbeitungsfabrik Europas und ist in ein erhaltenes Industriedenkmal integriert.
  • Teile des ehemaligen Fabrikgeländes sind heute als Wohngebäude genutzt, was den Besuch zu einem Erlebnis historischer Architektur macht.
  • An Sonntagen finden Führungen statt, die Einblicke in die industrielle Vergangenheit und die Umwandlung des Standorts in einen modernen Stadtteil bieten.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Fabrikmuseum Nordwolle

Das Fabrikmuseum Nordwolle in Delmenhorst dokumentiert die Geschichte der ehemaligen Norddeutschen Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei, die von 1884 bis 1981 bestand. Die Fabrik entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte zur größten Wollverarbeitungsanlage Europas und prägte maßgeblich das Stadtbild sowie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von Delmenhorst. Das Gelände zählt heute zu den bedeutendsten Industriedenkmälern Europas und zeugt durch seine erhaltene Bausubstanz von der historistischen Fabrikarchitektur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Die Nordwolle wurde vom Unternehmer Christian Lahusen gegründet, der aufgrund günstiger Verkehrsanbindungen und zollfreier Bedingungen Delmenhorst als Standort für die Wollverarbeitung auswählte. Die Wolle wurde zunächst aus Ländern wie Argentinien importiert und später zunehmend aus osteuropäischen Regionen. Unter der Leitung von Carl Lahusen, dem Sohn des Gründers, wuchs das Unternehmen zu einem international bedeutsamen Konzern heran, der in seiner Blütezeit mehrere tausend Mitarbeiter beschäftigte. Technologische Innovationen und bahnbrechende Produktionsmethoden machten die Fabrik zu einem Vorreiter der deutschen Textilindustrie.

Das Fabrikmuseum zeigt nicht nur die technischen Errungenschaften der Wollverarbeitung, sondern auch den Alltag der Arbeiterinnen und Arbeiter, darunter viele aus osteuropäischen Ländern, die als „Wollmäuse“ bezeichnet wurden. Neben den Produktionsstätten wurden auch Wohn- und Sozialeinrichtungen auf dem Gelände errichtet, die das Leben der Beschäftigten maßgeblich bestimmten. Heute sind Teile des ehemaligen Fabrikstandorts als Wohngebäude umgenutzt, während andere Bereiche unter Denkmalschutz stehen und kulturelle Zwecken dienen.

Ein besonderes Kapitel der Unternehmensgeschichte sind die 1929 und 1930 entstandenen Werbeclips im Sirius-Filmverfahren, an denen unter anderem Brigitte Borchert mitwirkte. Diese zählen zu den ersten Farbwerbefilmen weltweit und verdeutlichen den fortschrittlichen Umgang mit modernen Medien in der damaligen Zeit. Das Museum informiert über diese sowie weitere Aspekte der Unternehmenskultur und Industriegeschichte und lädt an Sonntagen zu Führungen durch das historische Fabrikgelände ein.

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