Kleiner Everstein
Highlights
- Der Kleine Everstein ist eine Burg im Weserbergland und liegt 500 Meter nordnordöstlich des Großen Everstein.
- Die Anlage auf dem Kleinen Everstein wurde vermutlich um 1100 als Stammsitz der Grafen von Everstein errichtet.
- Heute sind dort Mauerreste und ein Wall mit einer Höhe von 2 bis 5 Metern erhalten.
Tipps
- Der Kleine Everstein ist etwa 500 Meter nordnordöstlich des Großen Everstein gelegen und bietet einen guten Ausgangspunkt für Wanderungen im Weserbergland.
- Die Ruine des Kleinen Everstein wurde vermutlich um 1100 als Stammsitz der Grafen von Everstein errichtet und ist heute über Funde aus der frühen Zeit erschlossen.
- Vom Kleinen Everstein aus sind Wanderwege zum Großen Everstein sowie in Richtung Weser und Bevern gut zu erreichen.
Eigenschaften
Über Kleiner Everstein
Der Kleine Everstein ist ein Berggipfel im südöstlichen Niedersachsen, unweit der Ortschaft Negenborn im Landkreis Holzminden. Er ragt auf einer Höhe von 305,1 Metern über Normalnull und bildet zusammen mit dem Großen Everstein die historische Burganlage Everstein im Weserbergland. Diese erhebliche Geländestufe im Höhenzug Burgberg liegt östlich der Weser und zählt zu den markanten Zeugnissen mittelalterlicher Burgenbaukunst in der Region.
Die Burg auf dem Kleinen Everstein gilt als ursprünglicher Stammsitz der Grafen von Everstein und dürfte zeitlich vor der Anlage auf dem benachbarten Großen Everstein entstanden sein. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass der Berg bereits in der frühen Zeit des Hochmittelalters besiedelt und befestigt war. Die Anlage selbst umfasst ein künstlich eingeebnetes Plateau von etwa 60 Metern Länge und 30 Metern Breite. Es wird von einem Wall umschlossen, der eine Höhe von zwei bis fünf Metern erreicht und durch einen vorgelagerten, aus dem Fels geschlagenen Graben ergänzt wird. Lediglich im Süden fehlt der Graben, was auf eine mögliche Zugangsseite hindeutet.
Im Inneren der Burg lassen sich strukturelle Reste erkennen, darunter eine erhöhte Plattform im Nordbereich mit Eintiefungen, die vermutlich von Kellerräumen stammen. Im Südosten wurden Überreste eines Turmes mit polygonaler Innenschale entdeckt. Dieser ist aus Muschelkalkquadern errichtet und weist eine Steinwandstärke von mindestens 0,83 Metern auf. Die Befestigungsanlagen sowie die inneren Strukturen zeugen von einer ausgeprägten militärischen Funktion im mittelalterlichen Burgenwesen.
Nach einer Belagerung im späten Mittelalter wurde der Kleine Everstein aufgegeben, während der benachbarte Große Everstein weiterhin als Amtssitz genutzt wurde. Die Burg verlor im Laufe der Zeit ihre strategische Bedeutung und fiel allmählich in Ruine. Heute sind von der ehemaligen Anlage vor allem die Wall- und Grabensysteme sowie die Fundamente einzelner Bauwerke erhalten. Die Ruine ist Teil des kulturellen Erbes des Weserberglands und steht im landschaftlichen sowie historischen Verbund mit weiteren Burgen und Klöstern der Region, darunter dem Kloster Amelungsborn.