Denkmal/Gedenkstätte

Klinke-Denkmal

Schönwalder Allee, 13587 Berlin

Highlights

  • Carl Klinke wurde 1840 in Bohsdorf-Vorwerk bei Spremberg geboren und starb 1864 bei Düppel im Deutsch-Dänischen Krieg.
  • Er soll mit einem Pulversack gegen eine dänische Schanze gestürmt und diese entscheidend beschädigt haben.
  • Klinke galt bald als Volksheld und wurde als deutscher Winkelried verehrt.

Tipps

  • Der Viktoriapark ist barrierefrei erreichbar und lädt zu einem Spaziergang mit historischem Hintergrund ein.
  • In der Nähe des Denkmals gibt es Sitzgelegenheiten, die einen ruhigen Aufenthalt und die Beschäftigung mit der Geschichte ermöglichen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Klinke-Denkmal

Das Klinke-Denkmal in Berlin-Spandau erinnert an Carl Klinke, einen preußischen Soldaten, der während des Deutsch-Dänischen Krieges im Jahr 1864 bei der Schlacht an den Düppeler Schanzen sein Leben ließ. Klinke, geboren in Bohsdorf-Vorwerk in der Niederlausitz, trat als Pionier in die preußische Armee ein und wurde später zum Symbol heroischen Mutes. Überliefert ist seine Tat, bei der er mit einem schweren Pulversack gegen die dänischen Befestigungen lief, ein Loch in die Palisadenwand sprengte und dabei selbst starb. Sein angeblicher Ruf: „Ick bin Klinke. Ick öffne dit Tor.“ machte ihn zu einem nationalen Helden, dessen Handlung als Wendepunkt der Schlacht stilisiert wurde.

Carl Klinke wuchs unter ärmlichen Bedingungen auf. Seine Mutter heiratete früh nach dem Tod seines vermuteten Vaters einen neuen Mann, doch die Familie konnte sich nur schwer durchschlagen. Nach der Volksschule begann Klinke mit der Arbeit in einer Braunkohlegrube, wo er bald als mutig und zuverlässig galt. Diese Eigenschaften prägten auch seinen späteren Ruf als Bergmann, der bei Rettungsaktionen stets voranging. Seine militärische Laufbahn begann, nachdem er zunächst bei der Aushebung als untauglich galt, später aber doch als Pionier rekrutiert wurde, da gezielt ein Bergmann aus den Reservisten gesucht war.

Im Jahr 1864 heiratete Klinke kurz vor der Geburt seiner Tochter und lebte mit seiner Familie in einem kleinen Holzhaus in seiner Heimat. Sein Dienst als Soldat führte ihn schließlich in die Schlacht um Düppel, wo er durch seinen mutigen Einsatz für die preußischen Truppen einen entscheidenden Vorteil erkämpfte, jedoch mit seinem Leben bezahlte. Seine Leiche wurde nie geborgen, was zu zahlreichen Legenden und Mythen über seinen Tod führte. Die Verehrung Klinkes setzte unmittelbar nach der Schlacht ein und hielt über Jahrzehnte an. In seiner Heimat sowie an verschiedenen Orten in Deutschland wurden Denkmäler zu seinen Ehren errichtet.

Das Klinke-Denkmal in Berlin steht als Zeugnis dieser Verehrung und erinnert an einen Mann, der zum Inbegriff preußisch-deutscher Tugenden stilisiert wurde. Die Darstellung seiner Heldentat wurde im Zuge des Nationalismus des 19. Jahrhunderts kultisch aufgewertet und diente als Vorbild für patriotische Erziehung. Die historische Rezeption seiner Person spiegelt die gesellschaftlichen Deutungsmuster seiner Zeit wider, in der individuelle Taten zu kollektiven Identifikationsfiguren wurden.

Heute steht das Denkmal im Berliner Bezirk Spandau und wird als kulturelles Denkmal geführt. Es erinnert nicht nur an Carl Klinke, sondern auch an die komplexen Wechselwirkungen zwischen Krieg, Erinnerung und Heldentum im 19. Jahrhundert. Besucher erhalten die Möglichkeit, sich mit einer historischen Figur auseinanderzusetzen, deren Leben und Tod eng mit der deutschen Nationalgeschichte verknüpft sind.

Bewertungen

4,0 (6) 4.0 aus 6 Bewertungen (Google)

Auf Google

4,0 (6) 4.0 · 6 Bewertungen auf Google
Auf Google ansehen

In der Nähe

Übernachtung in der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…