Museum

Wieland-Museum

Saudengasse 10/1, 88400 Biberach an der Riß

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Wieland-Museum

Das Wieland-Museum in Biberach an der Riß widmet sich dem Leben und Werk des bedeutenden deutschen Dichters und Schriftstellers Christoph Martin Wieland, der in dieser Stadt aufwuchs. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entstand mit Unterstützung des Biberacher Kunst- und Altertumsvereins eine erste Gedenkstätte, die 1907 im historischen Wieland-Gartenhaus eröffnet wurde. Heute beherbergt das Museum neben der Dauerausstellung auch das Wieland-Archiv und ist fester Bestandteil der Christoph Martin Wieland-Stiftung Biberach. Es lädt Besucher dazu ein, sich mit dem literarischen Schaffen und dem geistigen Umfeld einer der prägenden Figuren der deutschen Aufklärung auseinanderzusetzen.

Im Zentrum der Dauerausstellung im Wieland-Gartenhaus steht die Bedeutung der Gartenkultur für Wielands Leben und Werk. Der Dichter mietete das Obergeschoss des Gartenhauses zwischen 1766 und 1769 und nutzte es als Rückzugsort für seine kreative Arbeit. Hier entstanden wichtige Werke wie das Feenmärchen „Idris und Zenide“ sowie Teile seines Romans „Geschichte des Agathon“. Die Ausstellung veranschaulicht die verschiedenen Gärten, die Wieland in seinen Lebensstationen begegneten – vom Pfarrgarten in Oberholzheim bis hin zu den Parkanlagen in Weimar und Oßmannstedt. Auch der gesellige Umgang in Biberach, etwa im Kreis um Sophie von La Roche am Schloss Warthausen, wird thematisiert. Das Gebäudeensemble grenzt heute an den Biberacher Bürgerpark, der 1999 eröffnet wurde.

Das Wieland-Archiv bildet einen weiteren Schwerpunkt der Einrichtung. Es dient als Forschungsstätte mit einer umfangreichen Sammlung von über 15.500 Büchern, zahlreichen Handschriften und Briefen von Wieland sowie einer umfangreichen Bild- und Objektsammlung. Zu den Highlights zählt das Porträt Wielands von Georg Oswald May aus dem Jahr 1779. Thematische Schwerpunkte sind neben den Werken Wielands und zeitgenössischer Literatur auch die Rekonstruktion seiner Privatbibliothek sowie Sammlungen zu Persönlichkeiten wie Sophie von La Roche und Justin Heinrich Knecht. Das Archiv betreut zudem die Dauerausstellungen im Gartenhaus und im Wieland-Schauraum.

Der ehemalige Wieland-Schauraum im Fruchthaus hinter dem Biberacher Rathaus widmete sich unter anderem dem Theaterleben des 18. Jahrhunderts. Exponate wie die Theatertafel der Bürgerlichen Komödiantengesellschaft von 1749 verdeutlichten die lebendige Kulturgeschichte der Region. Diese Räumlichkeiten trugen dazu bei, das literarische Erbe Biberachs anschaulich zu vermitteln. Heute erfolgt die Präsentation vor allem im Wieland-Gartenhaus, das sowohl architektonisch als auch inhaltlich einen besonderen Reiz bietet.

Das Wieland-Museum ist ein Ort der Begegnung von Literatur, Geschichte und Kultur – ideal gelegen im Wieland Park nahe der Innenstadt. Es ist besonders in den wärmeren Monaten für Besucher geöffnet und lädt dazu ein, die Spuren eines der wichtigsten deutschen Dichter der Aufklärungszeit zu erkunden. Mit seinem reichhaltigen Archiv, den anschaulichen Ausstellungen und der idyllischen Lage zählt es zu den lohnenswerten Kulturzielen in Biberach an der Riß.

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