Museum

Hinterlandmuseum

Zum Landgrafenschloss, 1, 35216 Biedenkopf

Highlights

  • Das Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf zeigt auf 1.000 Quadratmetern die Kulturgeschichte der Region der letzten 900 Jahre.
  • Herzstück der Ausstellung sind lebensgroße Trachtenfiguren, die den regionalen Kleidungsstil dokumentieren.
  • Gegründet 1908 als Altertumsmuseum, beherbergt es heute eine umfangreiche Sammlung zur Alltags-, Handwerks- und Industriegeschichte.

Tipps

  • Das Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf zeigt auf 1.000 Quadratmetern Kulturgeschichte der Region mit Schwerpunkt auf Trachten, Alltags- und Handwerkskultur.
  • Das Museum ist im ehemaligen Landgrafenschloss untergebracht, das selbst Teil der Ausstellung ist und einen Rittersaal sowie eine Außenstelle des Standesamts beherbergt.
  • Eintrittskosten sind gering, und der Besuch lohnt sich besonders für Interessierte an regionaler Geschichte und Volkskunde.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Hinterlandmuseum

Das Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf zählt zu den bedeutenden kulturgeschichtlichen Einrichtungen im Hessischen Hinterland. Es befindet sich im Landgrafenschloss der Stadt Biedenkopf im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Das Museum präsentiert auf rund 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Kulturgeschichte der Region der letzten etwa 900 Jahre. Thematische Schwerpunkte liegen auf Verkehrs-, Industrie-, Landwirtschafts- und Handwerksgeschichte sowie auf Trachten-, Alltags- und Wohnkultur. Seit seiner Gründung im Jahr 1908 gilt es als Trachtenmuseum und Heimatmuseum mit überregionaler Bedeutung, insbesondere wegen seines umfangreichen Bestands an historischen Trachten und lebensgroßen Figuren.

Die Anfänge des Museums reichen zurück bis zur Gründung eines Altertumsmuseums durch den Geschichtsverein für den Kreis Biedenkopf. Die Sammlung basierte ursprünglich auf rund 250 Objekten aus der Privatsammlung des Antiquitätenhändlers und Kaminfegermeisters Carl Pfeil I. Sein Erbe wurde durch die Familie fortgeführt, und viele der Stücke sind heute noch Teil der Dauerausstellung. Im Zuge der Jahre wurde das Museum mehrfach erweitert und umstrukturiert. In den 1920er und 1940er Jahren gingen Teile des Bestands durch Einbrüche verloren. Nach 1949 übernahm der Schlossverein Biedenkopf e. V. die Verantwortung für Erhaltung, Ausgestaltung und kulturelle Nutzung des Schlosses und seiner Sammlungen.

In den späten 1980er Jahren musste das Schloss wegen akuter Bausubstanz geschlossen werden. Während der umfassenden denkmalgerechten Sanierung durch den heutigen Träger, den Landkreis Marburg-Biedenkopf, wurden die Museumsbestände in die Carlshütte bei Buchenau ausgelagert. Diese Phase ermöglichte eine umfassende Restaurierung, Inventarisierung und wissenschaftliche Aufarbeitung der Sammlung. Nach Abschluss der Arbeiten erfolgte 1993 die Wiedereröffnung mit einer neu konzipierten Dauerausstellung. Heute verzeichnet das Museum etwa 11.400 inventarisierte Objekte, wobei der Gesamtbestand auf rund 30.000 Einzelteile geschätzt wird.

Das Schloss selbst ist ein markantes Bauwerk auf dem Schlossberg und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Ursprünglich als Burg errichtet, wurde es im Laufe der Jahrhunderte zu einem repräsentativen Landgrafenschloss umgebaut. Es diente unter anderem als Witwensitz und Fruchtspeicher. Heute beherbergt es nicht nur das Museum, sondern ist auch Standort einer Außenstelle des Standesamts für Trauungen. Besucher berichten von einem besonders gut erhaltenen Gebäudeensemble mit sehenswertem Dachstuhl und beeindruckender Architektur. Das Museum wird regelmäßig zu kulturellen Veranstaltungen und Sonderausstellungen genutzt, die regionale und überregionale Themen aufgreifen.

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