Denkmal/Gedenkstätte

Sühnekreuz

53G7+7V, 79215 Elzach

Highlights

  • 1934 schlug KWG-Mitglied August Wernet (Grabegust) die Errichtung eines Sühnekreuzes auf dem Braunhörnle vor.
  • Das Sühnekreuz in Elzach entstand durch Initiative der Kolpings wandernden Gesellen (KWG) im Freundeskreis.

Tipps

  • Das Sühnekreuz auf dem Braunhörnle entstand durch die Initiative eines Vereinsmitglieds namens August Wernet, der 1934 den Bau vorschlug.
  • Der Zugang zum Denkmal erfolgt über markierte Wanderwege, die von Elzach aus in etwa einer Stunde erreichbar sind.
  • Die Umgebung bietet Aussichtspunkte, die sich für eine kurze Pause mit Blick über die umliegende Landschaft eignen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Sühnekreuz Elzach – Kulturdenkmal erkunden

Das Sühnekreuz in Elzach ist ein bedeutendes kulturelles Denkmal, das auf die Initiative eines engagierten Vereinsmitglieds zurückzuführen ist. Die Idee entstand im Freundeskreis der „Kolpings wandernden Gesellen“ (KWG), einem 1907 gegründeten Zusammenschluss von Handwerksgesellen. Der Stadtpfarrer Carl Groß übernahm bereits bei der Gründungsversammlung das Amt des Präses und prägte maßgeblich die Aktivitäten des Vereins. Die KWG verfolgten von Anfang an kulturelle und soziale Ziele, wie die Gründung einer Vereinsbibliothek mit Fachliteratur und die Organisation von Veranstaltungen wie dem Ritterschauspiel „Tapfer und Treu“.

Ein zentrales Anliegen der Mitglieder war die Schaffung eines sichtbaren Mahnmals, das an die Bedeutung von Versöhnung und christlicher Nächstenliebe erinnert. Der Vorschlag, auf dem Braunhörnle – einem markanten Bergzug in der Nähe von Elzach – ein Sühnekreuz zu errichten, stammte von August Wernet, einem aktiven Vereinsmitglied, das im Freundeskreis als „Grabegust“ bekannt war. Die Realisierung des Projekts spiegelt den Gemeinschaftssinn der KWG wider, die trotz finanzieller Herausforderungen – wie die plötzliche Erhöhung des Mitgliedsbeitrags auf monatlich 500 Mark in den 1920er Jahren – an ihren Zielen festhielten.

Das Sühnekreuz selbst wurde als Symbol für Versöhnung und Erinnerung an historische Konflikte oder persönliche Schuld konzipiert. Solche Denkmäler waren im ländlichen Raum des frühen 20. Jahrhunderts nicht ungewöhnlich, doch die Initiative der KWG hebt sich durch ihren organisierten Charakter hervor. Auch Ausflüge, wie die Fahrradtour mit Präses Vikar Franz Zwick zum Bodensee, zeigen die Verbundenheit der Gruppe mit ihrer Region.

Das Sühnekreuz auf dem Braunhörnle dient heute als stille Mahnung und kulturelles Erbe Elzachs. Es verbindet historische Vereinskultur mit der Landschaft der Region und erinnert an die Werte, für die sich die „Kolpings wandernden Gesellen“ einst einsetzten. Als kulturelles Denkmal verkörpert es den Geist des Zusammenhalts, der Versöhnung und der bewussten Erinnerung – Themen, die auch heute noch nachwirken. Die Anlage auf dem Berg bietet zudem einen Aussichtspunkt, der die Verbindung von Geschichte und Natur besonders eindrucksvoll macht.

Für Besucher bietet das Sühnekreuz eine Möglichkeit, sich mit der regionalen Geschichte und dem Engagement der KWG auseinanderzusetzen. Die Anlage lädt zum Verweilen ein und zeigt, wie aus einer Idee eines Einzelnen durch kollektives Wirken ein bleibendes Denkmal entstand. Das Kreuz steht dabei nicht nur für eine lokale Tradition, sondern auch für die Bedeutung von Gemeinschaft und Verantwortung – Werte, die bis in die Gegenwart wirken.

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