ajh.pm
Highlights
- Adrian Piper tanzt 2007 auf dem Berliner Alexanderplatz zur House-Musik der frühen 2000er Jahre.
- Die Performance thematisiert den transatlantischen Kulturaustausch und die Rolle des Körpers als Ort politischer und sozialer Aushandlung.
- ajh.pm zeigt das Video im öffentlichen Raum – ein Kommentar zu Stadt, Rassismus und kultureller Zugehörigkeit.
Tipps
- Besuchende sollten sich auf eine ruhige, fast stundenlange Performance einstellen, die subtile gesellschaftliche Aussagen vermittelt.
- Die Arbeit reflektiert den transatlantischen Kulturaustausch – besonders zwischen US-amerikanischer Clubkultur und Berlin der 2000er.
- Einige Passagen enthalten komplexe Bezüge zur Rassismuskritik und Körperpolitik, die vertieftes Hintergrundwissen lohnen.
Eigenschaften
Über ajh.pm
ajh.pm ist ein nicht-kommerzieller Ausstellungsraum in Bielefeld, der sich auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst mit bewegten Bildern und künstlerischen Erzählformen spezialisiert hat. Der Raum wurde mit dem Ziel gegründet, unterschiedliche Herangehensweisen und Techniken im Umgang mit dem Bewegtbild sichtbar zu machen und bietet sowohl aufstrebenden als auch etablierten Künstler*innen eine Plattform. Die Ausstellungen sind darauf angelegt, eine direkte und selbstbestimmte Auseinandersetzung mit den gezeigten Arbeiten zu ermöglichen.
Der Ausstellungsraum ist durch ein großes Schaufenster jederzeit von außen einsehbar, was ihn zu einem Ort im öffentlichen Raum macht, der Kunst und Stadtgeschehen miteinander verbindet. Die Präsentation einer einzelnen Arbeit im Fokus ermöglicht eine konzentrierte Wahrnehmung. Ab Einbruch der Dunkelheit wird das gezeigte Werk kontinuierlich projiziert, wodurch Licht, Bewegung und architektonische Rahmung eine immersive Atmosphäre erzeugen. Der Ton ist nicht dauerhaft hörbar, sondern wird durch einen Bewegungsmelder aktiviert, wodurch eine unmittelbare, interaktive Begegnung mit der Arbeit entsteht.
Ein pädagogisches und mehrstufiges Vermittlungskonzept begleitet die Präsentation: In einem kleinen Plexiglaskasten neben dem Schaufenster liegen Flyer mit weiterführenden Informationen zur jeweiligen Arbeit bereit. Diese Zugänge laden zur Eigenverantwortlichkeit der Wahrnehmung ein und ermöglichen es Passant*innen, sich auf eigene Weise mit den Inhalten auseinanderzusetzen – ohne vorherige Einleitung oder institutionelle Vorgaben. ajh.pm versteht sich somit nicht nur als Ausstellungsraum, sondern als Denkraum, der individuelle Lebenserfahrungen und künstlerische Setzungen miteinander verknüpft.
Die aktuelle Ausstellung zeigt das Video „Adrian Moves to Berlin“ von Adrian Piper, eine Performance aus dem Jahr 2007, in der die Künstlerin auf dem Berliner Alexanderplatz tanzt. Die Arbeit thematisiert nicht nur Pipers persönlichen Neuanfang in Berlin, sondern reflektiert auch transatlantische Verbindungen zwischen US-amerikanischer und Berliner Clubkultur sowie Fragen von Rassismus, Identität und körperlicher Selbstbestimmung. Musikalisch unterlegt mit Berliner House der frühen 2000er Jahre, erweist sich der Tanz zugleich als Bewegung in Richtung einer marginalisierten Kulturgeschichte.
ajh.pm trägt damit zur kulturellen Infrastruktur Bielefelds bei – als Ort, der zeitgenössische Kunst öffentlich und zugänglich macht, ohne dabei auf kritische oder komplexe Ansätze zu verzichten. Die Verknüpfung von urbanem Raum, digitaler Präsentation und künstlerischer Reflexion macht den Raum zu einem Knotenpunkt für aktuelle gesellschaftliche und ästhetische Debatten.