Denkmal/Gedenkstätte

Skulptur Marsyas I

Brautgasse 1, 95444 Bayreuth

Highlights

  • Die Arbeit zeigt eine verknotete Revolverskulptur, inspiriert von der ikonischen UNO-Variante aus New York (seit 1988).
  • Teil der deutschlandweiten Aktion ‚Cube & Tree‘ – Kunst im öffentlichen Raum als temporäre Installation.

Tipps

  • Die Skulptur *Marsyas I* gehört zur Ausstellung *Cubes & Cracks* und entstand im Rahmen der Aktion *Cube & Tree* des Künstlers HD Schrader.
  • Das Werk zeigt eine kubistische Interpretation eines verknoteten Revolvers, die als ikonische Variante bekannter ähnlicher Skulpturen gilt.
  • Der Standort befindet sich in einem öffentlich zugänglichen Bereich, der als Teil der öffentlichen Kunstszene von Bayreuth fungiert und frei besichtigt werden kann.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Skulptur Marsyas I – Kulturdenkmal in Bayreuth

Die Skulptur Marsyas I in Bayreuth zählt zu den markanten Werken der zeitgenössischen Kunst im öffentlichen Raum und gehört zur Kategorie der Public Art. Als Teil der Ausstellung „Cubes & Cracks“ des Kunstmuseums Bayreuth und der deutschlandweiten Aktion „Cube & Tree“ von HD Schrader entstand sie als Teil einer Serie von Skulpturen, die sich durch ihre provokante und expressiv-künstlerische Gestaltung auszeichnen. Die Arbeit ist eng verwandt mit dem berühmten Revolver-Objekt, das seit 1988 als ikonische Skulptur vor der UNO in New York steht und in weiteren Metropolen wie Paris, London oder Berlin zu finden ist. Doch während diese meist als stilisierte, metallische Objekte wirken, setzt Marsyas I auf eine andere, fast mythische Bildsprache.

Der Titel Marsyas verweist auf den sizilianischen Satyr aus der griechischen Mythologie, der sich mit dem Gott Apollon im Wettstreit um die Musik messen sollte – eine Geschichte, die oft als Symbol für den Kampf zwischen menschlicher Kreativität und göttlicher Überlegenheit gedeutet wird. Die Skulptur greift diese Figur auf und inszeniert sie in einer ungewöhnlichen, fast grotesken Pose: Verknotet, verzerrt und doch von einer fast übernatürlichen Präsenz durchdrungen. Die Materialwahl und die Formensprache unterstreichen dabei den Kontrast zwischen organischer Anmutung und industrieller Härte – ein typisches Merkmal der Arbeiten von HD Schrader, der Kunst und Alltagsgegenstände in ungewöhnliche Kontexte stellt.

Als Teil der Cube & Tree-Reihe verbindet die Skulptur zudem Aspekte urbaner Kunst mit der Idee des öffentlichen Raums. Während die meisten Werke dieser Serie geometrische oder abstrakte Elemente aufweisen, setzt Marsyas I auf eine figurative Darstellung, die den Betrachter zum Nachdenken über Mythos, Macht und menschliche Grenzen einlädt. Die Platzierung im städtischen Kontext von Bayreuth macht sie zu einem besonderen Anlaufpunkt für Kunstinteressierte und Passanten gleichermaßen – ein Werk, das sich bewusst gegen die Anonymität der Großstadt stellt und stattdessen eine dialogische Beziehung zum Betrachter sucht.

Besonders reizvoll ist die Skulptur für ihre Vielschichtigkeit: Einerseits wirkt sie wie ein Relikt aus einer anderen Zeit, fast wie eine archaische Skulptur, andererseits offenbart sie durch ihre Materialität und Form eine moderne, fast schon surrealistische Lesart. Wer sich für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum interessiert, findet hier ein Werk, das sich durch seine Unmittelbarkeit und seinen provokativen Charakter auszeichnet – ein Stück Kunst, das nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden will. Die Skulptur Marsyas I zeigt damit, wie Public Art den urbanen Raum bereichert und gleichzeitig zum Nachdenken über die Grenzen zwischen Mythos, Kunst und Alltag anregt.

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