Museum

Bischofsmaiser Baderhaus

Kirchpl. 2, 94239 Bischofsmais

Highlights

  • Das Bischofsmaiser Baderhaus beherbergt seit 2023 eine grenzübergreifende Ausstellung mit Teilen der Tschechischen Republik.
  • Im Erdgeschoss zeigt eine Krippen-Dauerausstellung traditionelle Handwerkskunst und regionale Weihnachtsbräuche.
  • Rollstuhlgerechter Zugang und Parkplatz ermöglichen barrierefreien Besuch des Museums für Lokalgeschichte.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Parkplatz ermöglicht eine einfache und barrierefreie Anreise zum Baderhaus.
  • Im Erdgeschoss befindet sich eine Dauerausstellung mit historischen Krippen, die einen Einblick in traditionelle Handwerkskunst bietet.
  • Das Wappen des Ortes zeigt die Bischofsmütze und Farben als Symbol für die historische Verbindung zu den Bischöfen von Passau und deren Rodungsaktivitäten.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur & Museum in Bischofsmais: Bischofsmaiser Baderhaus

Das Bischofsmaiser Baderhaus ist ein faszinierendes Museum für Lokalgeschichte im Herzen von Bischofsmais und bietet einen tiefen Einblick in die regionale Vergangenheit. Als historisches Bauwerk verbindet es lebendige Traditionen mit archäologischen Schätzen und lädt Besucher:innen ein, die Entwicklung des Ortes seit dem Mittelalter zu erkunden. Besonders hervorzuheben ist die Krippen-Dauerausstellung im Erdgeschoss, die mit ihren handwerklich hochwertigen Krippenwerken eine einzigartige Sammlung bayerischer Weihnachtskunst präsentiert. Die Ausstellung ist nicht nur ein kulturelles Juwel, sondern auch grenzübergreifend von Bedeutung, da sie seit 2023 Teile der tschechischen Republik einbezieht.

Der Ursprung Bischofsmais reicht bis ins frühe Mittelalter zurück, als das unwegsame Gebiet des „Nordwalds“ durch Rodungen erschlossen wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahr 1136, als sich ein „Perthold von Piscolfesmaez“ dem Kloster Niederalteich unterstellte. Die enge Verbindung zur Passauer Bischofskirche prägt bis heute das Ortsbild: Der Name „Bischofsmais“ leitet sich von der historischen Rodungstätigkeit der Bischöfe von Passau ab, deren Wappen mit der Bischofsmütze und den Farben des Ortswappens seit 1962 offiziell geführt wird. Das Wappen, entworfen vom Passauer Graphiker Max Reinhard, symbolisiert diese tiefe Verbundenheit.

Ein besonderer Bezugspunkt der Region ist die Figur des Mönch Hermann, der sich um 1322 in die Einsamkeit nahe Bischofsmais zurückzog. Geboren in Heidelberg und in Köln zum Mönchsleben berufen, floh er aus dem reichen Kloster Niederalteich, um in einer Klause auf der heutigen „Zellwiese“ ein Leben der Askese zu führen. Sein Wirken auf dem Gebiet der heutigen Oberbreitenau hinterließ Spuren, die bis heute in der lokalen Erinnerung lebendig sind. Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Burgstall, ein vermuteter Pferdewechselort aus dem Mittelalter, der auf die frühe Bedeutung der Region als Verkehrsachse hinweist.

Das Baderhaus selbst ist ein Zeugnis der historischen Bäderkultur und diente einst als öffentliches Bad. Heute beherbergt es nicht nur die Krippenausstellung, sondern auch wechselnde Ausstellungen zur Ortsgeschichte, die von der ersten Pfarrkirche auf dem „Hacklberg“ bis zur Vikariatskirche des 15. Jahrhunderts erzählen. Mit einem rollstuhlgerechten Parkplatz im Erdgeschoss und einer barrierefreien Gestaltung ist das Museum für alle Besucher:innen zugänglich. Wer sich für die Wurzeln Bischofsmais interessiert, findet hier eine gelungene Verbindung von sakraler Kunst, regionaler Identität und handwerklichem Erbe.

Das Bischofsmaiser Baderhaus ist damit mehr als nur ein Museum – es ist ein Ort, an dem Geschichte greifbar wird.

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