Denkmal/Gedenkstätte

Großsteingrab Krevinghausen

49179 Ostercappeln

Highlights

  • Das Großsteingrab in Krevinghausen, Ostercappeln, stammt aus dem Mittelneolithikum und ist ein Einzeldenkmal mit geschichtlicher Bedeutung.
  • 1976 wurden etwa 60 tiefstichverzierte Scherben geborgen; 2009 zeigten Ausgrabungen eine Granitgrus-ausgelegte Grabkammer von 13 m Länge.
  • Die meisten Granitfindlinge sind aus der ursprünglichen Lage gerissen, vermutlich durch Zerstörung im 17./18. Jh.

Tipps

  • Das Großsteingrab liegt etwa 10 Meter vom Waldweg entfernt auf einer bewaldeten Kuppe und ist über einen wallartigen Erdwall mit Granitfindlingen erreichbar.
  • Von den ursprünglichen Träger- und Decksteinen sind nur noch 16 Findlinge in unregelmäßiger Lage sichtbar, da viele im 17./18. Jahrhundert zerstört wurden.
  • Die gut erhaltene Grabkammer ist etwa 13 Meter lang und mit Granitgrus ausgelegt; archäologische Funde deuten auf eine Nutzung durch die Trichterbecher- bis Einzelgrabkultur hin.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Großsteingrab Krevinghausen

Das Großsteingrab Krevinghausen befindet sich in der Samtgemeinde Ostercappeln im Landkreis Osnabrück, Niedersachsen. Es liegt fast auf dem Gipfel eines bewaldeten Höhenzugs und ist etwa zehn Meter vom nächstgelegenen Waldweg entfernt. Die archäologische Stätte ist als Einzeldenkmal im Denkmalverzeichnis des Landes Niedersachsen eingetragen und zählt zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region. Es stammt aus dem Mittelneolithikum und wird der Trichterbecherkultur bis zur Einzelgrabkultur zugeordnet.

Die Anlage zeigt sich heute als wallartige Erhebung mit einer Länge von etwa 20 Metern und einer Breite von drei bis vier Metern. Auf und neben dieser Erhöhung sind 16 Granitfindlinge in unregelmäßiger Anordnung sichtbar. Die ursprüngliche Steinstruktur ist weitgehend zerstört; viele Träger- und Decksteine wurden von ihrem ursprünglichen Platz verschoben oder entfernt. Archäologische Untersuchungen ergaben, dass die Grabkammer mit Granitgrus ausgelegt war und ursprünglich etwa 13 Meter maß. Insgesamt wird eine Anlage von etwa zehn Jochen angenommen. Hinweise deuten auf einen ursprünglichen Steinkranz am Fuß des Hügels hin.

Bei früheren Grabungen im Jahr 1976 wurden rund 60 zum Teil tiefstichverzierte Scherben geborgen. Weitere Ausgrabungen durch die Stadt- und Kreisarchäologie im Jahr 2009 lieferten weitere Erkenntnisse zur Bauweise und Nutzung der Anlage. Die Zerstörung der Steinlage geht vermutlich auf Aktivitäten von Steinschlägern im 17. und 18. Jahrhundert zurück. Dennoch bleibt der Kern der Grabanlage gut erhalten und dokumentiert somit einen wichtigen Bestandteil der neolithischen Kulturlandschaft in Niedersachsen.

Das Großsteingrab Krevinghausen ist ein Zeugnis früher Bestattungskulturen und bietet Einblicke in die Lebensweise und Rituale der Menschen der Jungsteinzeit. Die abgelegene Lage inmitten eines bewaldeten Hügels unterstreicht die besondere Bedeutung solcher Anlagen im Landschaftsbild des Mittelneolithikums. Die Stätte ist Teil eines größeren archäologischen Kontexts im Landkreis Osnabrück und dokumentiert die regionale Vielfalt an megalithischen Grabanlagen.

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