Foto: BerndH / wikimedia /
cc by-sa 3.0
Burg Flyhöhe
Eigenschaften
Ausflug zur Burg Flyhöhe in Blaufelden – Kultur und Archäologie erleben
Die Burg Flyhöhe liegt im baden-württembergischen Blaufelden, unweit der evangelischen Ulrichskirche, und zählt zu den archäologisch bedeutsamen Kulturdenkmälern der Region. Sie ist eine ehemalige Turmhügelburg, auch Motte genannt, die heute als sogenannter Burgstall erhalten ist. Die Anlage befindet sich inmitten eines landwirtschaftlich genutzten Geländes am Nordrand eines Tiefentales, das in das Tal der Blaubach mündet. Mit einem Durchmesser von etwa 60 Metern ist die fast kreisrunde Burganlage deutlich erkennbar, obwohl keine oberirdischen Bauten mehr erhalten sind.
Der zentrale Teil der Burg bildet ein künstlich aufgeschütteter Kernhügel mit einem Durchmesser von rund 32 Metern und einer Höhe von etwa zwei Metern. Die flach gehaltene Kuppe ist heute bewaldet und zeigt keine sichtbaren Reste ehemaliger Bebauung. Umgeben wird der Hügel von einem Wassergraben, der besonders im südlichen Bereich noch bis zu sieben Meter breit ist. Ein natürlicher Zufluss aus einer ständig schüttenden Quelle im östlichen Grabenbereich speist das Wasser. Als zusätzliche Befestigung wurde ein Außenwall entlang des Grabens errichtet, der besonders im Norden noch gut erhalten ist.
Über die historische Nutzung der Burg Flyhöhe gibt es bislang keine urkundlichen Erwähnungen. Dennoch deuten archäologische Funde sowie die Bauform der Anlage auf eine Entstehung im frühen Mittelalter hin, möglicherweise bereits in der Stauferzeit. Keramikfragmente aus Grabungen der 1940er Jahre lassen auf eine Nutzung zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert schließen. Auch Spuren eines Brandes wurden dabei festgestellt, die auf eine gewaltsame Zerstörung hindeuten könnten. Die Funktion der Burg ist nicht abschließend geklärt, doch ihre Lage nahe einer wichtigen Handelsstraße – der sogenannten Kaiserstraße von Würzburg nach Ulm – legt nahe, dass sie eine überwachende oder sichernde Funktion innehatte.
Der Name „Flyhöhe“ leitet sich vermutlich vom mittelhochdeutschen Wort „vlins“ ab, das „Kiesel“ oder „harter Stein“ bedeutet – ein Hinweis auf die geologischen Gegebenheiten der Umgebung, die reichlich Feuerstein enthalten. Eine alternative Deutung verweist auf „Flucht“, was jedoch weniger wahrscheinlich erscheint. Möglicherweise war die Burg ein Sitz adeliger Familien aus der Region, doch konkrete Nachweise hierfür fehlen. Auch im Spätmittelalter wurde die Anlage noch genutzt, ehe sie schließlich aufgegeben und vergessen wurde. Ein zugehöriger Wirtschaftshof in der näheren Umgebung unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Stelle.
Heute ist die Burg Flyhöhe nicht öffentlich zugänglich und liegt auf Privatgelände. Dennoch zieht sie Besucher an, die sich für die Geschichte der Region und archäologische Denkmäler interessieren. Gelegentlich wird der nahegelegene Schlosshof für kulturelle Veranstaltungen genutzt, die auch den Zugang zur Umgebung ermöglichen. Die malerische Lage im Blaufelder Land und die unmittelbare Nähe zur Ulrichskirche machen die Burg Flyhöhe zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Kultur- und Geschichteinteressierte.