Denkmal/Gedenkstätte

Mühlstein der Unterschernauer Mühle

CHVC+WP, 67686 Ramstein-Miesenbach

Highlights

  • Der Mühlstein der Unterschernauer Mühle stammt aus einer 1414 urkundlich erwähnten Vorläuferanlage und wurde 1685 neu erbaut.
  • Nach einem Brand 1750 und wechselnden Besitzern (u.a. Freiherrn von Sickingen) wurde die Mühle 1884 abgerissen; ein Mühlrad erinnert heute am Standort.
  • Das erhaltene Mühlrad (1999 gefunden) steht am ehemaligen Standort der Mühle, erreichbar über die L 356 Richtung Waldparkplatz.

Tipps

  • Der Zugang zum Gedenk-Mühlrad erfolgt über eine markierte Abzweigung der Landstraße L 356 in Richtung Waldparkplatz des Freizeitbades.
  • Am Standort des ehemaligen Mühlweihers befindet sich ein erhaltenes Mühlrad als historisches Denkmal mit informativer Tafel.
  • Parkmöglichkeiten für Besucher sind auf dem angrenzenden Parkplatz des Schwimmbades in unmittelbarer Nähe des Denkmals verfügbar.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Mühlstein Unterschernauer Mühle Ramstein-Miesenbach Kulturdenkmal

Der Mühlstein der Unterschernauer Mühle in Ramstein-Miesenbach ist ein historisches Zeugnis einer jahrhundertelangen Mühlentradition in der Region. Bereits im Jahr 1414 wird in einer Urkunde eine Mühle an dieser Stelle erwähnt, was auf eine frühe Nutzung des Standortes hinweist. Die heutige Unterschernauer Mühle entstand jedoch erst 1685 und prägte über zwei Jahrhunderte das Leben in der Umgebung. Mit fünf Mühlrädern war sie eine bedeutende Sägemühle, die durch den gestauten Mühlweiher angetrieben wurde.

Im Laufe der Zeit wechselte die Mühle mehrfach den Besitzer. 1722 gelangte sie in den Besitz des kurfürstlichen Ministerialbeamten Heinrich Wilhelm Freiherr von Sickingen, dessen Familie das Anwesen bis 1750 verwaltete. Ein verheerender Brand im selben Jahr zerstörte die Mühle bis auf die Grundmauern, doch der Neffe des Freiherrn, Josef Karl Ferdinand Franz von Sickingen, übernahm später die Reste. 1784 erwarb schließlich der Bauer Bardens das Gut, musste jedoch 1791 den Weiher auslaufen lassen, da die Wasserverhältnisse für die fünf Räder nicht mehr ausreichten.

Trotz dieser Herausforderungen blieb die Mühle bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Doch mit dem Rückgang der Nachfrage und der Industrialisierung wurde das Anwesen 1884 abgerissen. Der letzte Rest der historischen Anlage – ein erhaltenes Mühlrad – wurde 1999 an seinem ursprünglichen Standort wieder aufgestellt. Heute erinnert es an die einstige Bedeutung der Unterschernauer Mühle und bietet Besuchern einen Einblick in die regionale Handwerksgeschichte.

Das Gedenk-Mühlrad ist über die Landstraße L 356 in Richtung des Waldparkplatzes des Freizeitbades erreichbar. Am Standort befindet sich eine Informationstafel sowie eine Bank, die zum Verweilen und zur Lektüre einlädt. Die Anlage liegt inmitten einer Landschaft, die durch den ehemaligen Mühlbach und den Moorbachgradstich geprägt wurde, der im 19. Jahrhundert die Wasserführung grundlegend veränderte. Der Ort verbindet so Naturgeschichte mit technischem Erbe und lädt dazu ein, die Spuren einer vergessenen Zeit zu entdecken.

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