Denkmal/Gedenkstätte

Eierdieb

Stadtgarten, 41462 Neuss

Highlights

  • Die Skulptur ‚Eierdieb‘ von Oswald Causin ist ein beliebtes Fotomotiv und heimliches Wahrzeichen Neußs.
  • Kinder nannten den Künstler scherzhaft ‚Knetemännchen‘ – eine Anspielung auf seine lebendigen, plastischen Figuren.

Tipps

  • Der Skulpturenkomplex ‚Eierdieb‘ befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Clemens-Sels-Museum und kann ohne Eintrittsgebühr besucht werden.
  • Ein rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht die Annäherung an die Installation, sodass die Skulptur barrierefrei erlebbar ist.
  • Die Umgebung des ‚Eierdieb‘ bietet sich für Spaziergänge entlang der Neusser Wasserläufe an, die durch historische Sumpfungsmaßnahmen entstanden sind.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Eierdieb Neuss: Kurioses Kulturdenkmal entdecken

Der „Eierdieb“ ist eine der bekanntesten und charmantesten Skulpturen Neusses und hat sich im Laufe der Zeit zu einem fast heimlichen Wahrzeichen der Stadt entwickelt. Die lebendige Figur des „Eierdieb“ stammt vom Neusser Künstler Oswald Causin, der mit seiner einzigartigen, fast naiven Kunstsprache die Alltagswelt und menschliche Gestalten mit großer Leichtigkeit einfing. Die Skulptur zeigt einen Mann in typischer Diebespose, der sich mit einem Arm über die Schulter beugt und mit der anderen Hand ein Ei stiehlt – ein Motiv, das auf den ersten Blick humorvoll wirkt, aber auch eine tiefe Verbindung zur regionalen Kultur und zum Alltagsleben der Stadt offenbart.

Die Entstehung des „Eierdieb“ ist eng mit der Geschichte des Clemens-Sels-Museums verbunden, das seit seiner Gründung im frühen 20. Jahrhundert die kulturelle Identität Neusses prägt. Die Skulptur entstand als Teil einer größeren Werkgruppe Causins, die 1975 durch eine Spende der Witwe Pauline Sels an die Stadt ermöglicht wurde. Seitdem steht der „Eierdieb“ als Symbol für Causins künstlerischen Stil, der sich durch eine Mischung aus Poesie, Humor und einer fast kindlichen Unschuld auszeichnet. Besonders auffällig ist, wie die Figur durch ihre schlichte, aber ausdrucksstarke Form die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zieht – ob als Fotomotiv, als Gesprächsstück oder einfach als Teil des urbanen Panoramas.

Causins Werk war in Neuss stets hoch geschätzt, doch sein Spitzname „Knetemännchen“ verrät, wie sehr die Bevölkerung seine Figuren schätzte. Die Bezeichnung entstand vermutlich wegen der weichen, fast modellierten Formen seiner Skulpturen, die an Ton oder Knetmasse erinnern. Der „Eierdieb“ selbst, mit seiner markanten Haltung und dem schelmischen Blick, verkörpert diesen einzigartigen Stil besonders eindrucksvoll. Die Skulptur steht nicht nur als künstlerisches Juwel, sondern auch als Zeugnis der lebendigen Beziehung zwischen Kunst und Stadtgemeinschaft – ein kleines, aber prägendes Element, das Neuss seinen eigenen, unverwechselbaren Charakter verleiht.

Der „Eierdieb“ ist zudem ein Beispiel für die Vielfalt der öffentlichen Kunst in Neuss, die sich durch eine Mischung aus Tradition und Moderne auszeichnet. Während andere Städte oft monumentale Denkmäler aufstellen, setzt Neuss auf solche persönlichen, alltagsnahen Werke, die die Stadtgeschichte und ihre Bewohner:innen auf eine zugängliche und emotionale Weise widerspiegeln. Die Skulptur lädt dazu ein, innezuhalten, ein Lächeln zu ernten und die eigene Fantasie zu entfalten – sei es als Spaziergänger:in, als Tourist:in oder als Neusser:in, der oder die das Motiv seit Jahrzehnten kennt. So ist der „Eierdieb“ mehr als nur eine Skulptur: Er ist ein Stück lebendige Stadtgeschichte, das zum Verweilen und Staunen einlädt.

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