Gedenkstätte Esterwegen
Tipps
- Besucher erhalten Einblicke in die Geschichte der 15 Emslandlager, darunter KZ Börgermoor und Esterwegen, durch eine Sonderausstellung mit historischen Dokumenten und Fotografien.
- Jeden ersten Sonntag im Monat finden um 11 und 15 Uhr kostenlose Kurzführungen statt, die über das Leben der Häftlinge und den Widerstand informieren.
- Der Gedenkort liegt nahe des Küstenkanals zwischen Oldenburg und Papenburg und ist mit dem Auto über die B 401 erreichbar.
Eigenschaften
Über Gedenkstätte Esterwegen
Die Gedenkstätte Esterwegen erinnert an die Geschichte der nationalsozialistischen Emslandlager, die ab dem Jahr 1933 im Landkreis Emsland entstanden. Insgesamt richteten die Nationalsozialisten und ihre Handlanger fünfzehn Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager in der Region ein, darunter das KZ Börgermoor, das KZ Esterwegen und das KZ Neusustrum. Diese Lager unterlagen im Laufe der Jahre verschiedenen Funktionen, von staatlichen Konzentrationslagern über SS-KZs bis hin zu Lagern für „Nacht-und-Nebel-Gefangene“ sowie Kriegs- und Strafgefangene.
Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstand der Wunsch, die Opfer der Emslandlager angemessen zu gedenken. Initiativen ehemaliger Häftlinge sowie verschiedene gesellschaftliche Gruppen setzten sich ab den 1960er Jahren für die Einrichtung eines Gedenkortes ein. Trotz früher Bemühungen und der Errichtung erster Gedenksteine kam es jedoch erst nach langen Auseinandersetzungen mit Behörden zu konkreten Fortschritten. Aufgrund der Nutzung des Geländes durch die Bundeswehr verzögerte sich der Bau einer zentralen Gedenkstätte an der historischen Stelle erheblich.
Ein privater Verein, das „Aktionskomitee für ein DIZ Emslandlager“, gründete sich 1981 mit dem Ziel, ein Dokumentations- und Informationszentrum zur Geschichte der Lager einzurichten. Zunächst in Papenburg in einem provisorischen Gebäude untergebracht, gelang es dem Verein nach intensiven Bemühungen und mit Unterstützung des Landkreises Emsland sowie des Bundeslandes Niedersachsen, 1993 einen Neubau als zentrales DIZ zu eröffnen. Die Gedenkstätte selbst befindet sich heute an der historischen Stätte des ehemaligen KZ Esterwegen in Bockhorst.
Die Einrichtung vermittelt durch Ausstellungen, Dokumentationen und zeitzeugenorientierte Angebote Einblicke in das Leben und Leiden der Insassen der Emslandlager. Besondere Bedeutung kommt der Rolle der „Moorsoldaten“ zu, politischer Häftlinge, die in Börgermoor und Esterwegen Zwangsarbeit leisten mussten und durch Lieder und Berichte ihr Schicksal dokumentierten. Die Gedenkstätte fungiert heute als Ort der Erinnerung, Bildung und Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit im Nordwesten Niedersachsens.