Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Bodenheim

Rathausstraße 5, 55294 Bodenheim

Highlights

  • Die jüdische Gemeinde bestand seit 1711, mit eigenem Friedhof ab 1883 und einem Lehrer bis 1938.
  • Erinnerungsarbeit dokumentiert die Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihre Vernichtung im NS-Regime.

Tipps

  • Auf dem Gelände werden historische Dokumente und Fotos zur NS-Zeit sowie zur jüdischen Gemeindegeschichte ausgestellt, die die lokale Erinnerungskultur dokumentieren.
  • Ein besonderer Fokus liegt auf der Darstellung des jüdischen Friedhofes ab 1883, der als letzte Ruhestätte für Mitglieder der Gemeinde dient und archäologische Spuren bewahrt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Bodenheim – Kulturdenkmal entdecken

Die ehemalige Synagoge in Bodenheim ist ein bedeutendes historisches Denkmal, das an die jüdische Geschichte des Ortes und die tragische Zerstörung während der NS-Zeit erinnert. Die jüdische Gemeinde Bodenheims lässt sich bis ins Jahr 1711 zurückverfolgen, wie eine Urkunde aus dieser Zeit belegt, die die Anwesenheit der Jüdin Hancla mit ihren Kindern dokumentiert. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Gemeinde zu einer festen Größe: Im 18. Jahrhundert lebten bereits 19 jüdische Familien am Ort, und im frühen 19. Jahrhundert waren es zeitweise bis zu 15 Familien. Die Gemeinde war aktiv in sozialen und kulturellen Vereinen engagiert, darunter der Israelitische Frauenverein und der Israelitische Männerverein, die sich der Wohltätigkeit und dem Zusammenhalt widmeten.

Die Synagoge selbst stand als religiöses und kulturelles Zentrum der Gemeinde, doch ihr Schicksal war eng mit den Verbrechen der NS-Zeit verbunden. Die letzten Mitglieder der Gemeinde wurden deportiert oder flohen, und die Synagoge blieb als stummer Zeuge der Unterdrückung zurück. Heute erinnert nichts mehr physisch an das Gebäude, doch die Geschichte der Gemeinde lebt in Dokumenten und Erinnerungsorten weiter – insbesondere auf dem jüdischen Friedhof, der seit 1883 als letzte Ruhestätte der Bodenheimer Juden diente. Hier wurde unter anderem der letzte jüdische Lehrer der Gemeinde, Meier Reiss, beigesetzt.

Die Erinnerung an die jüdische Vergangenheit Bodenheims wird heute durch verschiedene Initiativen wachgehalten. An der Stelle der ehemaligen Synagoge finden sich Hinweise und Gedenktafeln, die an die Geschichte erinnern und die Opfer des Holocaust ehren. Die Gemeindearchivierung und lokale Projekte tragen dazu bei, das Bewusstsein für die jüdische Tradition zu stärken. Besonders die Aufarbeitung der NS-Zeit und die Dokumentation der Schicksale der deportierten Bodenheimer Juden sind zentrale Elemente der Erinnerungsarbeit. Die ehemalige Synagoge steht damit als Mahnmal für die Bedeutung des Erinnerns und der Toleranz.

Für Besucher, die sich für die Geschichte Bodenheims interessieren, bietet die ehemalige Synagoge einen Ort der Reflexion. Die Verbindung von lokaler Geschichte, religiöser Tradition und den Folgen der Verfolgung macht den Standort zu einem wichtigen Kulturdenkmal. Durch die Auseinandersetzung mit diesem Ort wird die Bedeutung des Erhalts historischer Spuren und der Bewahrung des Gedächtnisses deutlich – nicht nur für die jüdische Geschichte, sondern für die gesamte regionale Identität. Die ehemalige Synagoge bleibt damit ein Ort der Erinnerung und des Lernens.

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