St. Margaretha
Highlights
- 1183 stifteten die Freiherren von Schussenried ihr Erbgut als Prämonstratenser-Probstei für St. Margaretha.
- Die Kirche erhielt 1902 einen barocken Hochaltar mit Altarbild des seligen Todes des hl. Joseph (17./18. Jh.).
- Spätgotische Ulmer Madonna (um 1500) und sieben Täfelchen zum Martyrium der hl. Margaretha schmücken das Schiff.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen einen ungehinderten Eintritt in die Kirche.
- Auf dem Hauptportal und im Chorraum finden sich erhaltene gotische Spitzbogen-Elemente aus der Zeit vor einem Brandereignis.
- Der Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert zeigt ein Altarbild mit der Darstellung des seligen Todes des heiligen Joseph zwischen Maria und Jesus.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in St. Margaretha Tettnang
Die St. Die Kirche entstand im Zusammenhang mit der Gründung einer Prämonstratenser-Probstei durch die letzten kinderlosen Freiherren von Schussenried, Beringer und Konrad, die ihr Erbgut im Jahr 1183 den Mönchen aus Weisenau übertrugen. Ursprünglich als Außenstation der dortigen Abtei errichtet, entwickelte sich der Ort zu einem religiösen Zentrum, das bis heute von der spirituellen und kulturellen Prägung dieser Zeit zeugt.
Ein markantes Merkmal der St. Margaretha sind die sieben Täfelchen am Hauptportal, die Szenen aus dem Martyrium der heiligen Margareta darstellen. Diese spätgotischen Reliefs – vermutlich aus dem 15. Jahrhundert – sind ein seltenes Zeugnis der bildhaften Frömmigkeit dieser Epoche. Der Chorraum und das Hauptportal überstanden einen verheerenden Brand im 18. Jahrhundert, wobei die gotischen Spitzbogenformen erhalten blieben und bis heute die Architektur prägen. Die Kirche wurde später im klassizistischen Stil erweitert, was dem Bau eine harmonische Verbindung von Tradition und Neuzeit verleiht.
Im Inneren beeindruckt vor allem der Hochaltar aus dem frühen 18. Jahrhundert, der mit einem Altarbild des seligen Todes des heiligen Joseph in der Mitte aufwartet. Flankiert wird das Werk von Figuren Maria und Jesus, die die Verehrung der Familie im Christentum unterstreichen. Links im Kirchenschiff befindet sich eine bedeutende spätgotische Sitzende Madonna mit Kind aus der Ulmer Schule, datiert um 1500. Die zarte Darstellung der Muttergottes mit dem Jesuskind gilt als herausragendes Beispiel der süddeutschen Kunst dieser Zeit und zieht bis heute Besucher an.
Die St. Margaretha ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein kulturelles Juwel mit barocker und gotischer Kunst. Der rollstuhlgerechte Zugang und der ebensolche Parkplatz machen die Kirche zudem für alle Besucher zugänglich. Wer die Verbindung von mittelalterlicher Frömmigkeit und künstlerischem Schaffen erleben möchte, findet hier ein einzigartiges Erbe – fernab des Trubels, aber tief verwurzelt in der Geschichte Tettnangs.