Abteikirche St. Stephanus und Vitus
Highlights
- Die Abteikirche St. Stephanus und Vitus in Höxter beherbergt Reliquien der Heiligen Vitus und Stephan.
- Das karolingische Westwerk der Kirche ist seit 2014 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Civitas Corvey“.
- Die heutige Barockkirche wurde im 17. Jahrhundert als Ersatz für das abgebrochene Mittelalterbauwerk errichtet.
Tipps
- Das Westwerk der Kirche zählt seit 2014 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist Zeugnis frühmittelalterlicher Architektur und Kaisertradition.
- Die Kirche ist heute noch aktiv als Pfarrkirche im Pastoralverbund Corvey nutzbar und steht ganzjährig für Besuche offen.
Eigenschaften
Über Abteikirche St. Stephanus und Vitus
Die Abteikirche St. Stephanus und Vitus in Höxter zählt zu den bedeutendsten sakralen Baudenkmälern Nordrhein-Westfalens und ist fester Bestandteil des Schloss Corvey. Das Kirchengebäude vereint baugeschichtlich verschiedene Epochen: Der karolingische Kern des Bauwerks entstand im 9. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und erweitert. Ursprünglich als Klosterkirche der Abtei Corvey errichtet, beherbergt die Kirche heute die katholische Pfarrgemeinde des Pastoralverbundes Corvey. Die älteste erhaltene Bauphase zeigt sich im Westwerk, das seit 2014 zusammen mit der „Civitas Corvey“ zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Das spätbarocke Kirchengebäude selbst ist nicht Teil des Erbes, beinhaltet jedoch eine kunstvolle Ausstattung, die zu den bedeutenden Werken im Erzbistum Paderborn gehört.
Die Kirche wurde ursprünglich im Zuge der Gründung der Benediktinerabtei Corvey um das Jahr 815 durch Adalhard den Älteren und Walle, Vettern Karls des Großen, errichtet. Der Bau der Klosterkirche begann einige Jahre später, und bereits um 844 erfolgte ihre Weihe. Besondere Bedeutung erlangte das Gotteshaus durch die Überführung der Gebeine der Heiligen Vitus und Stephan, die bis heute in der Kirche verehrt werden. Im Zuge verschiedener Umbauten und Zerstörungen, etwa nach einem Chorbrand im 9. Jahrhundert oder während des Dreißigjährigen Krieges, wurde das Bauwerk mehrfach neu gestaltet. Während des Mittelalters diente die sogenannte Kaiserkirche im Mittelturm als Tagungsort für römisch-deutsche Kaiser. Farbige Wandmalereien, die in den 1950er Jahren entdeckt wurden, zeugen von der symbolträchtigen Ausstattung des frühen Kirchenraums.
Das Westwerk, ein architektonisches Schlüsselwerk der karolingischen Baukunst, wurde zwischen 873 und 885 errichtet und später im 12. Jahrhundert umgestaltet. Ursprünglich flankiert von einem Atrium mit Bogengängen, wurde dieses im Zuge späterer baulicher Veränderungen abgetragen. Die Türme erhielten im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert barocke Giebel und spitze Helme. Nach schweren Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wurde die alte Basilika abgerissen und durch einen barocken Neubau ersetzt, der sich noch heute in seiner Grundstruktur erhalten hat. Die barocke Innenausstattung, darunter Hochaltäre, Stuckaturen und Gemälde, unterstreicht die künstlerische Bedeutung des Ortes. Die Kirche bleibt bis heute aktiv als Pfarrkirche im kirchlichen Leben der Region verbunden und zieht Besucherinnen und Besucher durch ihre historische wie künstlerische Substanz an.